
So sehr ich dem deutschen Film einen Oscar gönne, "Das Leben der Anderen" gehörte für mich nicht zu den Favoriten.
Schön das auch sie in Ihrem Beitrag zum Film den Ost-Regisseuren die Fähigkeit absprechen Filme über ein Leben zu drehen welches selbst gelebt wurde.
Der in Köln geborene Florian H. von Donnersmarck hat nach seiner Jugend- und Studentenzeit in (u.a.) New York, Brüssel, Leningrad und Oxford also über die Enge eines totalitären Regimes in einem abgeschotteten Land "recherchiert"? Dabei hat er die gesellschaftlichen und menschlichen Verstümmelungen erfasst und verarbeitet die solch eine Lebensumgebung hervorbringt, und an denen manch ehem. DDR-Bürger heute noch laboriert ?
Der Grundgedanke, das sich ein Machtmensch durch Musik verändert, mag alles mögliche sein. Löblich, romantisch, wünschenswert z.B.. Doch lässt von Donnersmarck den Schrecken, die Angst, den körperlichen und seelischen Schmerz vieler echter Staasi-Opfer während Ihres innerlichen Absterbens, in einer rührseeligen Schmalzpfütze zurück.
Für eines hat Herr von Donnersmarck mit Sicherheit einen Oscar verdient: Er zeigt der Welt, dass der deutsche Film immer noch nicht mit Vergangenheit umgehen kann.

...an Herrn Henkel von Donnersmarck. Ich wünsche ihm weiterhin viel Inspiration, eine gute Hand bei der Regie und uns gute Filme von ihm.
J. T.