04. September 2008 In Wasilla mit seinen kaum 10.000 Einwohnern, wo Sarah Palin von 1996 bis 2002 Bürgermeisterin war, bevor sie 2006 Gouverneurin von Alaska wurde, wussten die Freunde von Bristol Palin und Levi Johnston schon seit Wochen von der Schwangerschaft. Nach Angaben von Levis Mutter Sherry planten die beiden sogar schon seit Monaten ihre Hochzeit.
So mag man kaum glauben, dass die womöglich künftige Vizepräsidentin der Vereinigten Staaten dieses Detail dem republikanischen Präsidentschaftskandidaten John McCain verschwiegen hat. Trotzdem wird erst jetzt hektisch Schadensbegrenzung betrieben: Während die 17 Jahre alte Bristol zusammen mit dem ein Jahr älteren Vater ihres Kindes beim Parteitag der Republikaner in St. Paul brav winkte und applaudierte, wurden über Nacht ihre persönlichen MySpace-Internetseiten überarbeitet.
Vom durchschnittlichen Kerl zum geschniegelten Unterstützer
Bilder, auf denen sie Gewehre, Schnapsflaschen und Bierdosen in der Hand hielten (Alkohol ist für Teenager in Alaska strikt verboten) wurden genauso gelöscht wie Fotos, die sie in obszönen Posen zeigen. Selbstcharakterisierungen verschwanden ebenfalls: I'm a fucking redneck stand auf Levi Johnstons Seite nach Angaben der New York Daily News noch vor kurzem zu lesen.
Inzwischen ist aus dem eher durchschnittlichen Kerl vom Lande, der gerne Eishockey spielt und Partys feiert, ein geschniegelter Unterstützer der McCain/Palin-Kampagne geworden. Was über sie hereinbrechen könnte, ahnten nicht nur die Johnstons nicht, deren Haus in Wasilla seit Dienstag von Dutzenden Journalisten belagert wird. Auch Bristols und Levis Leben ist nicht mehr dasselbe. Dabei behauptet die baldige Großmutter Sarah Palin weiterhin hartnäckig, sie und ihre Familie seien ganz normal.
Text: pps., F.A.Z.
Bildmaterial: AP, dpa, REUTERS