Der Bericht ist gut schrieben, der Journalist professionell. Im Gegensatz zu Frau Jansen von der Welt. Ich finde einige Kommentare sehr sehr gelungen. Ich arbeite auch mit HartzIV Empfängern und würde mich freuen, wenn die alle die Qualität von Thomas Godoj hätten. Ich freue mich, dass mein Solidaritätsbeitrag in diesem Fall gut investiert war und dieser gute Musiker in der Arbeitslosigkeit seine Musik gefördert hat. Aber erst einmal würde ich den Titel HartzIV abschaffen? Wie kann man eine ganze Gruppe von Menschen nach einem benennen, der rechtskräftig verurteilt wurde. Scheinbar scheint das keinem sonderbar vorzukommen. Also bitte zukünftig: Thomas Godoj hat ALGII bekommen und ich wünsche ihm von Herzen alles Gute.
Herr Godoy verdient Geld. Er bezahlt (hoffentlich) Steuern. In schlechten Zeiten ist der Staat für einen da, in guten Zeiten soll man seinen Beitrag leisten. Einigen erbosten Kommentatoren ist anscheinend nicht klar, das wir alle die Schuld daran tragen, daß solche Leute jahrelang, planlos durchs Leben driften und dazu viel kosten und wenig zum Gemeinwohl beitragen. Unsere auserwählten und gewählten (!) Eliten zeigen zu oft, daß sich ehrliche Arbeit nicht lohnt. Disziplin, Fleiß und Durchhaltevermögen (Sekundärtugenden, die jeder Künstler braucht) sind unwichtig geworden und negativ behaftet. Kreativität und Eigeninitiative wird oft bestraft. Gelobt wird wenig oder nicht ehrlich (weil ein Personalcoach es empfielt). Status ist wichtiger als gute Arbeit (Geschäftsführer/Altenpfleger). Es wird zuwenig sanktioniert und zu wenig individuell gefördet. Nebenbei jammern wir das Land zugrunde. Wir schaffen den Rahmen in dem sich Herr Godoy und viele andere bewegen. Beginnen wir unsere Eistellung zu ändern, jeder im Kleinen (Firma, Schule!!!, Umfeld, Kinder) und handeln anders, kann sich das Land ändern. Auf Heilsversprechen aus der Politik zu hoffen, ist hier Unsinn. Die Politik kommt wenn sich die Einstellung der Mehrheit ändert.
Vorsicht mit solchen pauschalen Vorverurteilungen. Nicht jeder Hartz IV-Empfänger ist ein Faulpelz, genau so wie sich nicht jeder Großverdiener durch Fleiß auszeichnet. Hier wurde sich wohl mal wieder eines immer wieder beliebten Klischees bedient. Man könnte es auch Klein-kariertes Stammtischgewäsch nennen. Haben wir alles schon bis zum abwinken gehört und gelesen. Ich finde es völlig legitim, wenn ein Mensch für seine Leidenschaft etwas riskiert, statt sich irgendwann als frustrierter Lesermeinungschreiber wiederzufinden.
Uns bleibt wohl nichts erspart..Erst sucht "Deutschland" einen "Superstar" und dann wird auch noch ein Faulpelz ausgesucht, der seit Ende seiner Lehre dem deutschen Staat auf der Tasche lag. Wie traurig dies ansehen zu müssen.... Hoch lebe der Steuerzahler...........
DSDS ist doch ein erfolgreiches Produkt, Bohlen mehrfacher Millionär und auch bei RTL dürfte die Kohle stimmten: Also ist doch alles in Butter. (Und wer Zeit und Geld genug hat um sich dabei auch noch als Zuschauer zu engagieren, dem geht es doch wohl offenbar auch noch gut genug !)
Manchmal fragt man sich, ob man vllt. Wahrnehmungsstörungen hat oder ob das tatsächlich die gesellschaftl. Realität ist, die man nahegebracht bekommt. Wenn Godoj mit seiner Musik erfolgreich wird, sei ihm dies gegönnt ... Wenn allerdings ein junger, gesunder(?) Mann ein Studium abbricht, um - bisher mit einer gnadenlosen Erfolglosigkeit - "Musik zu machen", dann traue ich ihm einiges zu - allerdings nicht, daß er sich "schämt", in einem "nicht mehr ganz so heranwachsenden Alter"auf Kosten Anderer zu leben. Wir können allerdings gerne die Blumenhändlerin, den Taxifahrer oder die vielzitierte Krankenschwester fragen, ob sie nicht auch stolz darauf ist, einen 30-jährigen durchzufüttern. Godoj ist (bis jetzt) "arm", weil er das wollte ... ich weiß nicht, mit welchem Argument er "Solidarität" einfordern wollte.
Gewinne werden privatisiert, Verluste und Kosten auf die Gemeinschaft verlagert. Die neueste DSDS Retorte ist wie der Artikel darlegt das beste Beispiel dafür. Zunächst hat die Gemeinschaft die Schulausbildung des Knaben bezahlt, dann über 4 Jahre die hohen Kosten für das Studium getragen (von dem die Gemeinschaft jetzt nichts hat - wahrscheinlich hat auf den Studienplatz ein anderer Bewerber vergeblich gewartet), ob er auch noch BAFÖG bekommen hat, steht nicht im Artikel. - - - Dann hat Hr. Godoj entschieden, sich selbst zu verwirklichen und sein persönliches Lebensziel zu verfolgen. Auch hier hat für den persönlichen Traum wieder die Gemeinschaft gebürgt - obwohl ihm als Bauingenieur mit guten Noten ein Job so gut wie sicher gewesen wäre. - - - Für den persönlichen Traum hat jetzt wieder die Gemeinschaft durch die Zahlung von Hartz IV eingestanden. - - - Wäre noch zu fragen, ob der frischgebackene Sänger nun die Kosten für sien Studium, evtl. erhaltenes Bafög und Hartz IV zurückzahlt? Ob er von den Einnahmen zukünftig ordentlich seine Steuern zahlt? Wollen wir mal das beste hoffen. - - - Es ist aber definitiv ein Beispiel, daß es Menschen gibt, die anstatt ihre Pflicht zu tun, sich persönliche Freiheit bezahlen lassen.
Schon interessant, dass sich FAZ.net kritisch mit der emotionalen Präsentation des DSDS-Gewinners auseinandersetzt. Thomas Godoj gewann auf dem "klassischen Weg" Newcomer Festivals im Ruhrgebiet, verfügt über professionelle Ernsthaftigkeit und gesangliche Möglichkeiten, selbst Welthits im Rockgenre noch einen besonderen Ausdruck zu verleihen. Dieses jedoch weitgehend unbeachtet von den Machern, den Medien und damit auch ohne Erfolg. Da muss schon Dieter Bohlen mit seiner DSDS-Show kommen und den zum Teil beachtlichen gesanglichen Leistungen junger Menschen einen zweifelhaften medialen Hype aufsetzen, damit diese wahrgenommen werden können. Auch ein Armutsbericht - über die Nachwuchsförderung in Deutschland.
... und auf Ihn trifft das wohl zu. Sehr sympatischer Mensch, sein Auftreten bei der Show war schon jetzt recht Professionell und man kann ihm nur alles Gute wünschen für seinen weiteren Weg.
Arbeitslos, Studienababrecher, null Bock - und dann Superstar. Könnt ich kotzen. Jetzt hab ich keinen Bock mehr, Steuern zahlen? Wozu denn, dafür? Nö.
"ohne Plan B zu sein" - das bedeutet zielstrebig und konkret. Die reale Arbeit mit der Zielgruppe der "Hartz-IV-Kunden" sieht - soviel verrate ich als erfahrener Personalberater leider ganz anders aus. Viele der "Zielgruppe" haben alle möglichen Pläne in der Tasche (...um bloss nicht in eine Arbeit zu kommen, die eventuell bedeutet, noch einmal von unten anfangen zu müssen ). Da werden Gründe für die "Nichtaufnahme" von sozialversicherungsplflichtiger Arbeit vorgeschoben, die kaum noch zu ertragen sind. Es ist so, das aus meiner Sicht, circa 50Prozent der Hartz IV Empfänger jede Chance nutzen, wieder arbeiten zu können und diese auch wahrnehmen, die anderen 50Prozent gehören zu den "Verweigerern". Keiner kann allerdings sagen, "Wer zu welcher" Gruppe gehört - dazu erlebt man in der Praxis immer wieder die grössten Überraschungen. Also zum Herrn Godoj: Viel Erfolg beim "Ernten des Ertrages".
Thomas war mir von Anfang an sympathisch. Kein Lackaffe, ganz normal. Er hat in seinem leben den brennenden Wunsch gehabt und danach gestrebt. Trotzdem ist es ein falsches Signal an den Hartz-IV Empfängern: Arbeitslos, oder Superstar. Viele "Arbeitssuchende" nehmen keine niederen Arbeiten an, weil sie gleich oben einsteigen wollen und es nicht gelernt haben in der freien Wirtschaft klar zu kommen.
Cooler Junge, coole Stimme und - auch - cooles Gesamtpaket. HERZLICHEN GLÜCHWUNSCH!!!