Irak

Tod eines Kriegshelden

Joseph P. Dwyer wurde zum Helden, weil er im Irak einen kleinen Jungen rettete. Das Bild des laufenden Soldaten mit dem Kind auf dem Arm ging um die Welt. Dwyer aber trug schwer an seinen Kriegserlebnissen. Nun ist er an einer Überdosis Medikamenten gestorben. Von Peter-Philipp Schmitt

Lesermeinungen zum Beitrag

09. Juli 2008 07:33

Wenn schon der Irakkrieg Menschen so mitnimmt,

Ralf Becker (mfoe)

wie muss dann erst der Stellungskrieg im WW1 sich ausgewirkt haben? Anstatt mobiler, schneller, raumgreifender und überlegener Kriegsführung ein Patt, ein sinnloses Aufreiben aneinander, eine Materialschlacht ohne Ende, mit immer schlechterer Aussicht, Versorgung, schwindender Hoffnung... das setzt die Literatur des 1. Weltkrieges in ein noch drastischeres Licht.

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09. Juli 2008 06:53

Hüter der Menschenrechte

simon heinze (simonheinze)

es sterben in amerika täglich soldaten(nicht im biologischen sondern im psychischen sinne) sind sie wracks die von der gesellschaft aufgrund ihrer tätigkeit bemitleidend ertragen werden. ob ich traurig darüber bin? wenn ich das lese ja, aber mein verstand weiss das dies keine helden sind sondern spielfiguren die für die terroristische politik der bush regierung ihren kopf hinhielten. unschuldig sind sie keinesfalls, denn nicht nur ihre finger drücken auf den abzug sondern auch ihr herz u. ihr wille(bei den meisten jedenfalls). videos die abscheulicher nicht sein können existieren vom krieg indem die menschenrechte von dem selbsternannten hüter derart schrecklich mit füssen getreten werden. amerika ich habe nie an deine selbsternannte rolle als hüter der welt geglaubt u. ich werde es auch nie tun

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09. Juli 2008 05:53

So sind die

heinz peter (pitiplatsch)

USA unschuldige Soldaten die etwas geleistet haben, im Gegensatz zum Bush, lassen die USA im Stich. Wieviel Selbstmorde gibts unter den ehemaligen Irak Soldaten ? wo sind die Berichte liebe FAZ ?

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09. Juli 2008 01:39

Im Krieg ...

Frank Geiser (geiser123)

... verliert jeder. Es ist unmoeglich abzuschaetzen wie viel Dwyers seit dem beginn des Konfliktes wieder nach Hause gekommen sind. Ich habe mal einen jungen Mann aus Amerika im Flughafenrestaurant neben mir an der Theke gehabt. Als wir auf Irak zu sprechen kam fing er an zu weinen und bestellte einen harten Schnapps nach dem Anderen. Er hatte selbst ein Jahr dort verbracht. Ich wuesste gerne was aus dem Jungen geworden ist. Auch die Irakis werden nicht ohne mentale Schaeden davonkommen.

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09. Juli 2008 01:33

@ meinen Vorredner

David Weinmann (Terratex)

Erstmal zum Artikel: Sehr ergreifend. Zweitens an meinen Vorredner: Die Argumentation "Die USA hat 9/11 selbst gemacht, um einen Angriffskrieg zu führen", ist in etwa so stimmig wie die, Hitler sei von den Amis eingesetzt worden, damit diese in Europa einmarschieren konnten. Ich bin auch gegen Krieg, selbstverständlich. Aber glauben sie etwa, die USA würde das "gerne" tun? Glauben sie im Ernst, amerikanische Eltern "wollen" dass ihre Kinder seelisch und körperlich verkrüppelt nach Hause kommen? Saddam Hussein war ein Diktator, auf dessen Konto zig tausende von Menschenleben gehen. Aber natürlich ist es zZ einfach en vogue Amerika Hasser zu sein, man kann sich damit wunderbar profilieren und sich ein schön schwarz weißes Weltbild zusammenkleistern. Da vergisst man sowas gern.

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08. Juli 2008 21:49

Er wurde benutz.

Sven Kaulbars (faz-kaule)

Er dachte er tat etwas gutes. Er zog in einem Angriffskrieg. Als Motiv die Erlebnisse vom 11. September. Wem nützten die Anschläge am 11. September? Den USA, denn sie hatte somit die Bevölkerung auf ihrer Seite, um einen Angriffskrieg zu führen. Da kommt der Verdacht, ob sie das nicht selbst gemacht haben. Er wurde eventuell verarscht und jetzt als Held gefeiert von den USA. Wieviele Kinder wurden von von US-Soldaten ermordet? Ich bin gegen Krieg und gegen die Schaffung von solchen Helden, die auf Befehl morden.

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08. Juli 2008 21:11

Tod des menschlichen Geistes

R. F. Lukner (notwendigkeit)

Krieg ist der Bankrott des menschlichen Geistes. Ihn als Mittel der Politik zu sehen, oder gar zu glorifizieren, ist blanker Wahnsinn. Auch bei einem Verteidigungskrieg liegt ein Versagen des menschlichen Geistes vor.

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08. Juli 2008 19:58

John Rambo nur fiktion?

Bertram von Steuben (Elim_Garak)

Fiktion, weil die USA Glück gehabt hat, in J.P.Dwyer keinen überzeugten, trainierten Elitekämpfer gehabt zu haben. "Nur" einen einfachen Sanitätssoldaten... Die Nach-Betreuung der zu tiefst traumatisierten Kriegsteilnehmer (und davon hat oder hatte jeder auch in Deutschland welche) in den US-Streitkräften ist eher traurig. Das weiß die Welt seit Vietnam. Er zog sich zunehmend zurück, entwickelte eine Paranoia, schoss um sich (Don Quichotte lässt grüßen) aber die direkte, persönliche Hilfe, nicht von den Kliniken, sondern von "Seinesgleichen" -Armeeangehörigen- wurde auch hier anscheinend nach Schema "F" abgehandelt und versickerte in der zunehmenden Zerstörung dieser "heldenhaften" Persönlichkeit. "Ich war doch nichts besonderes, ich war einer von vielen" im Übrigen fast ein 1:1-Zitat von E.T. Lawrence "von Arabien", zeigt den Wunsch in eine Normalität zurückzukehren. Das wird nach solchen unvergesslichen Kreigserlebnissen unmöglich, so dass von kompetenter Seite, von Menschen, die "seine Sprachce sprechen" - ähnliches erlebt haben eine gemeinschaftliche Hilfe aufgezeigt werden muss. Und genau das ist in der US Armee nur marginal vorhanden. Die Deutsche Armee hat sich leider nicht nur in diesem Punkt der US-Army angepasst.

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08. Juli 2008 18:32

Das Sterben eines Überlebenden

Johann Schulz-Gebeltzig (johannsg)

Sehr schöner (und trauriger) Nachruf! Zeitkritik am Beispiel eines "auf der Strecke" gebliebenen. Die Darstellung des Kontrastes "Retter eines kleinen Kindes" und "psychisch Kranker, starb an einer Überdosis" ist super gelungen. Auf der einen Seite das selbstlose Handeln, auf der anderen das nicht-man-selbst-Sein. Auf der einen der übermäßige Einsatz in schwerer Situation, auf der anderen das nicht mehr klar kommen im normalen Leben. Sehr gut, Herr Schmidt! Und mein Beileid der Familie D. Wären sie doch nur alle unbekannt geblieben...

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