Comet

„Ob es diesen Preis im nächsten Jahr noch gibt?“

“Heiße Schnitte“ mit Preis: Sarah Connor

"Heiße Schnitte" mit Preis: Sarah Connor

07. Oktober 2005 Auch mit ihrem vierten Album und als verheiratete Mutter erobert Sängerin Sarah Connor noch die Herzen: Ihre Fans wählten die Delmenhorsterin zur besten Künstlerin 2005. Fast sprachlos vor Rührung nahm die sportlich-weiß-gekleidete Connor am Donnerstag in Oberhausen ihren „Comet“ entgegen, während Moderator Stefan Raab am Piano seine Verehrung in Töne faßte: „Du bist ja echt 'ne heiße Schnitte“, sang er im Schmelz-Stil ihres Ehemanns Marc Terenzi, der später auch noch selbst auftreten durfte.

„Einmal im Leben mit dem Besten, was Deutschland musikalisch zu bieten hat, auf der Bühne zu stehen - das wollte ich den Preisträgern nicht vorenthalten“, hatte Raab zuvor gewitzelt. Raab und weitere Komiker, die als Laudatoren engagiert waren, machten die Verleihung des zehn Jahre alten Musikpreises im Auftrag des Senders Pro Sieben zu einer Comedy-Musik-Show. Daß der Comet eigentlich der Preis des Musiksenders Viva ist, ging fast unter.

Preis ging nur an deutsche Künstler

Fernsehkomiker Oliver Pocher war der einzige, der aussprach, was wohl einige der Beteiligten dachten: „Wer weiß, ob es diesen Preis im nächsten Jahr überhaupt noch gibt, wo MTV den ganzen Kram geschluckt hat“, sagte er nach seiner Auszeichnung für die beste Live-Comedy im Interview. Wegen der Zusammenarbeit mit Pro Sieben ging die Verleihung erstmals live und zur Hauptsendezeit auf Sendung. Ein weiteres Novum: Zum ersten Mal in der Comet-Geschichte gingen die Preise nur an deutsche Musiker.

Während in den Vorjahren eine Jury die Gewinner kürte, hatten das letzte Wort nun die Fans, die im Internet abstimmen konnten. Sie entschieden sich für einen bunten Mix aus allen Pop-Stilen: Bester Künstler wurde der Kölner Reggae-Sänger Gentleman, beste Band die norddeutschen HipHopper Fettes Brot, die mit „Emanuela“ auch einen Comet für den besten Song erhielten. In der Soul-Ecke setzten sich die Söhne Mannheims durch (Bestes Album für „Noiz“, bester Download-Song für „Und wenn ein Lied“). Im Kontrast dazu erhielt Rammstein eine Trophäe für das beste Video.

Juli und Helden nicht preiswürdig

Als gefragteste Newcomer und Publikumslieblinge zugleich erwiesen sich Tokio Hotel aus Magdeburg. Während der Show kürten Fernsehzuschauer die Gruppe um den 16 Jahre alten Sänger Bill Kaulitz per Telefon-Abstimmung zu den „beliebtesten Künstlern“. Silbermond, viermal nominiert, waren in der Kategorie „Bester Live Act“ erfolgreich. Die mehrfach nominierten Bands Juli und Wir sind Helden gingen dagegen leer aus.

Text: FAZ.NET mit Material von dpa
Bildmaterial: AP, ddp, dpa/dpaweb

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