Asche-Schnupfen

Keith Richards: War doch nur ein Missverständnis

05. April 2007 Für die Wegbegleiter von Keith Richards dürfte sein Dementi unglaubwürdiger sein als die Tat, die er einem britischen Magazin im Interview gestanden haben soll: Der Altrocker habe vor einigen Jahren die Asche seines verstorbenen Vaters zusammen mit Kokain geschnupft. Nun heißt es in einer offiziellen Erklärung des 63-jährigen Rolling Stones, dass es sich bei seiner Aussage um ein Missverständnis handele. Zuvor hatte auch schon Rolling-Stones-Sprecher Bernhard Doherty behauptet: „Das war nicht ernst gemeint. Er hat das nur so hingeworfen.“

Das Musikmagazin „NME“ blieb jedoch bei seiner Darstellung. Richards habe in dem Interview, das von der Musikzeitschrift am selben Tag veröffentlicht wurde, unzweifelhaft das seit langem in London kursierende Gerücht bestätigt, wonach er 2002 nach dem Tod seines Vaters dessen Asche mit Kokain geschnupft habe, hieß es. Laut „NME“-Redakteur Mark Beaumont, der das Interview mit Richards führte, hatte der Musiker in keiner Weise zu erkennen gegeben, dass seine Antworten nur scherzhaft gemeint haben könnte.

Richards nahm Vater dessen Scheidung übel

Laut „NME“ („New Musical Express“) sagte der 63jährige Rolling Stone, die Asche seines Vaters sei „das Verrückteste gewesen, was ich mir je durch die Nase gezogen habe“. Richards Vater Bert war 2002 im Alter von 84 Jahren gestorben. Erst kurz zuvor hatten die beiden Frieden geschlossen. Gut 20 Jahre hatte der Rolling Stone seinem Vater nicht verzeihen können, dass er sich von Mrs. Richards hatte scheiden lassen. „Er wurde eingeäschert, und ich konnte einfach nicht widerstehen, ihn mit ein bisschen Koks zu vermahlen. Meinem Dad hätte das gar nichts ausgemacht, es wäre ihm scheißegal gewesen“, wurde der für seine Wildheit bekannte Musiker zitiert.

In der von Richards veröffentlichten Erklärung heißt es nun, die ganze Geschichte sei ein Irrtum. „Ich habe versucht zu sagen, wie eng Bert und ich waren“, meinte der Altrocker. Kokain würde er nicht mehr nehmen, es sei denn er wolle Selbstmord begehen, hieß es weiter.

Rat an jüngere Kollegen

Richards, dessen einzige Droge heute der Alkohol sein soll, stand vor Jahrzehnten in dem Ruf, sämtliche Rauschmittel auszuprobieren, die er bekommen konnte. Inzwischen erteilt der Rock-Opa Jüngeren gute Ratschläge. Babyshambles-Rocker Pete Doherty forderte er auf, unbedingt vom Stoff wegzukommen. Der würde ihn früher oder später ins Grab bringen, sagte Richards in dem „NME“-Interview.

Ein anderer Rat des Rolling Stone für den jungen Kollegen erschien Fans allerdings weniger verständlich: Doherty solle sich am besten von Supermodel Kate Moss trennen, empfahl Richards. Dabei soll Moss nach britischen Medienberichten sehr darauf achten, dass ihr Liebhaber die Finger von den Drogen lässt.



Text: FAZ.NET mit Material von dpa
Bildmaterial: AP

 

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