Trauerfeier

Letzter Applaus für Hanns Dieter Hüsch

12. Dezember 2005 Ein letztes Mal stehende Ovationen für Hanns Dieter Hüsch: Bei der Trauerfeier für den vor einer Woche verstorbenen Kabarettisten in der Evangelischen Stadtkirche seiner Geburtsstadt Moers erhoben sich Hunderte von Verehrern zu einem minutenlangen letzten Applaus für das „schwarze Schaf vom Niederrhein“. Unter den Trauernden waren auch der Ministerpräsident Nordrhein-Westfalens Jürgen Rüttgers, der Entertainer Harald Schmidt und der Kabarettist Gerd Dudenhöffer.

Der Intendant des Moerser Schloßtheaters Holk Freytag, ein Freund des Verstorbenen, hatte Hüsch zuvor als einen „großen Bühnenmann“ gewürdigt. Mehr als 50 Jahre hatte der Kabarettist auf der Bühne gestanden und in mehr als 70 Programmen auf liebvoll-spöttische Weise seine Geschichten aus der niederrheinischen Heimat erzählt.

Ein Poet und Philosoph

„Er war ein Poet und Philosoph, mal heiter, zärtlich, kritisch, aber immer mit Respekt vor den kleinen Leuten“, betonte der Moerser Bürgermeister, Norbert Ballhaus. Und die „kleinen Leute“, sie zollten ihm auch außerhalb der Stadtkirche Tribut. Dicht gedrängt standen die nicht geladenen Gäste bei Nieselregen und Nebel vor den Türen der Kirche. Per Lautsprecheranlage verfolgten sie den ökumenischen Gottesdienst, den Pfarrer Uwe Seidel und Franziskanerpater Werenfried Wessel, beide gute Freunde von Hüsch, leiteten.

Seidel, der den Moerser Ehrenbürger noch kurz vor dessen Tod am vergangenen Dienstag besucht hatte, sprach über Hüschs menschenfreundliche Art und tiefe Freundschaft zu Gott. „Schon jetzt fehlt uns ein Freund der kleinen Leute, der für uns ein Großer war, und es immer bleiben wird“, sagte der Pfarrer. Friede, Güte und Liebe werde Hüsch nun vom Himmel herunterpredigen müssen. Ausdrücklich dankte Seidel Hüschs Ehefrau Christiane Rasche-Hüsch, die ihren Mann nach seinem Schlaganfall im Jahr 2001 liebevoll und aufopferungsvoll gepflegt und umsorgt hatte.

„Es wird Zeit, uns zu vergessen“

Zwischen den sehr persönlichen Trauerreden erinnerten auch Lieder Hüschs immer wieder an das langjährige künstlerische Wirken des Verstorbenen. So sandte etwa der Schweizer Kabarettist und Autor Franz Hohler mit „Es wird Zeit, uns zu vergessen“ einen musikalischen Gruß aus seiner Heimat.

Sehr bewegend sei das gewesen, sagte Cornelia Heckes später. Als eine von vielen hatte sie draußen in der Kälte den Gottesdienst mit angehört. „Ich kann gar nicht glauben, daß Hanns Dieter Hüsch jetzt nicht mehr da ist“, sagte sie. „Er hat uns vom Niederrhein doch immer so gezeigt, wie wir wirklich sind. Das kann nicht jeder.“ Im Anschluß an den Gottesdienst wurde Hüsch auf dem Hauptfriedhof Moers-Hülsdonk in engeren Familienkreis beigesetzt.



Text: FAZ.NET mit Material von AP
Bildmaterial: AP, ddp, dpa/dpaweb, REUTERS

 
Trauergemeinde in der überfüllten Moerser Stadtkirche Letzter Gruß von seiner Chrise Dieter Nuhr Konrad Beikircher Abschied Hueschs Sarg wird zum auf dem Friedhof Hülsdonk getragen Unter den Trauergästen: Harald Schmidt, Richard Rogler Piet Klocke Gedenken in der Moerser Fußgängerzone