29. April 2008 Ronaldos Ausflug in ein Stundenhotel in Rio de Janeiro endete auf dem Polizeirevier. Drei Transvestiten, die als Prostituierte arbeiten, beschuldigen ihn, die vereinbarte Zahlung verweigert und Drogen konsumiert zu haben. Das berichteten brasilianische Medien.
Demnach musste der 31 Jahre alte Spieler des AC Mailands, der in seiner Heimatstadt eine Verletzung am linken Knie auskuriert, zur Klärung der Angelegenheit auf die Polizeiwache. Ronaldo habe dort psychologische Probleme eingeräumt.
Das kann das Ende meiner Karriere bedeuten
Der Spieler habe sich an den Kopf gefasst und einem Beamten gesagt: Das kann das Ende meiner Karriere bedeuten, schrieb das Online-Portal Globoesporte. Einer der Transvestiten filmte den lautstarken Streit im Stundenhotel und stellte das Video ins Internet.
Ronaldos Pressesprecher veröffentlichten unterdessen ein Kommuniqué, in dem der angebliche Drogenkonsum des Spielers dementiert wird. Ronaldo sei Opfer eines Erpressungsversuchs gewesen.
Der Sportler Ronaldo hat nie Drogen zu sich genommen, heißt es darin.
Ronaldos Version glaubhafter
Wie die Zeitung O Povo, die Tolpatschigkeiten des Phänomens beschrieb, berichteten alle Medien in Brasilien in großer Aufmachung über den Skandal. Ronaldo mache eine sehr schlechte Phase durch, schrieb das Nachrichten-Portal UOL in Anspielung auf die vielen Verletzungen sowie den Kampf Ronaldos gegen sein Übergewicht. Das Fußball-Portal Futebol Interior wie auch viele Beobachter sind davon überzeugt, dass Ronaldo nicht ungeschoren davon kommen wird.
In verschiedenen Fernsehinterviews versicherte unterdessen einer der Transvestiten, das Trio hätte die Nacht mit Ronaldo im Stundenhotel verbracht. Er hielt einen Fahrzeugbrief vor die Kameras, den Ronaldo angeblich als Bürgschaft für eine spätere Zahlung seiner Schulden hinterlassen habe.
Auf dem Schein ist Ronaldos bürgerlicher Name Ronaldo Luiz Nazário de Lima zu lesen, auf dem Video im Internet ist ein verärgerter Ronaldo zu sehen sowie die Stimme eines Transvestiten zu hören: Um zu beweisen, dass du es bist. Der mit dem Fall beauftragte Kommissar sagte derweil zu Journalisten, Ronaldos Version sei glaubhafter.
Aber Drogen, das ist absurd
Der Spieler, der auch wegen Gewaltdrohung angezeigt wurde, habe versichert, dass er sich mit weiblichen Prostituierten vergnügen wollte und von den Transvestiten getäuscht worden sei. Er sei von den Männern, die 50.000 Real (circa 20 000 Euro) verlangt hätten, erpresst worden.
Ronaldo hat mir erzählt, dass er wegen der neuen Verletzung und seiner Rehabilitation psychologische Probleme hat, sagte der Kommissar. Zum Drogenvorwurf habe Ronaldo, der schon zwei Scheidungen hinter sich hat und zur Zeit in einer festen Beziehung lebt, auf der Wache gesagt: Wenn man sagt, dass ich trinke, dann räume ich ein, dass ich ein bisschen trinke. Aber Drogen, das ist absurd.
Text: dpa
Bildmaterial: AFP, dpa