Bäuerliche Beständigkeit – dieses konservative Ideal hat sich überlebt. Kaum eine Branche hat zuletzt derartige Wechselbäder erlebt. Viele Landwirte misstrauen dem Markt, am liebsten wäre ihnen Planwirtschaft. Doch es hilft nichts, Marktwirtschaft stets mit Manchester-Kapitalismus zu verwechseln. Von Konrad Mrusek
In einer Disziplin sind viele Politiker Meister: Sie fordern gerne lautstark mehr Geld. Dabei ignorieren sie eine schlichte Erkenntnis: Auch der Staat kann auf Dauer nur das Geld ausgeben, das er vorher den Steuerzahlern abgenommen hat. Von Carsten Germis
Die Deutsche Telekom spitzelt Aufsichtsräte und Journalisten aus, VW und Siemens schmieren ihre Betriebsräte. Was hört man eigentlich dazu von der Corporate-Governance-Kommission? Herzlich wenig. Denn aus aktuellen Streitfragen hält man sich hier lieber fein heraus. Von Joachim Jahn
Das Gründen einer Firma wird einfacher. Ohne Sicherheiten kann das Geschäft bald beim Handelsregister angemeldet werden. Doch Sorgen, die Reputation der bewährten GmbH werde durch diese Reform des Gesellschaftsrechts Schaden nehmen, sind unbegründet. Von Joachim Jahn
Im Wettbewerb mit anderen Banken wollen sich die Volksbanken nicht länger zwei Zentralbanken leisten. Der Rauswurf von Verbandspräsident Pleister ist ein Aufstand der Basis. Von Hanno Mußler
Das kleine Segment deutscher Privatbanken wird neu geordnet. Für Deutsche Bank und Commerzbank ist dies eine seltene Gelegenheit, im engen Heimatmarkt zu wachsen. Spannender aber wird es, wenn die Ausländer mitmachen. Von Holger Steltzner
Arbeitsminister Olaf Scholz (SPD) hat die gute alte Stechuhr wiederentdeckt. Er findet sie so klasse, dass er sie überall da einführen will, wo Menschen in Deutschland arbeiten. Wenn das keine Einladung für weitere staatliche Eingriffe ist. Ob das dahintersteckt? Von Andreas Mihm
Der Ölpreis ist außer Rand und Band. Und jede Seite schiebt der anderen den Schwarzen Peter zu: Die Verbraucherländer sagen, die Opec fördere zu wenig Öl. Die Förderländer sagen, die Spekulanten tragen Schuld. Klar ist: Je schwächer der Dollar ist, desto mehr Geld fließt in Termingeschäfte mit Öl. Von Rainer Hermann
Peter Struck und Günther Öttinger konnten sich bisher nicht auf die Ausgestaltung der Schuldenbremse für die Staatsfinanzen einigen. Man fragt sich, wie die beiden Politiker ihre Kommission auf ein Ziel einschwören wollen, das sie selber nicht kennen. Von Manfred Schäfers
Noch in diesem Jahr will Porsche seinen Anteil an Volkswagen auf mehr als 50 Prozent aufstocken. Kann das gutgehen? Ist es richtig, dass ein Autohersteller, der nicht einmal 100.000 Sportwagen jährlich verkauft, nach einem Konzern greift, dessen Fabriken jährlich mehr als 6 Millionen Fahrzeuge verlassen? Von Susanne Preuß
Wer in Marburg neu baut, muss vom kommenden Herbst an eine Solaranlage aufs Dach montieren. Wasser mit Hilfe der Sonne zu erwärmen ist dann Pflicht für alle. Die Politiker sind im Ökofieber. Aber die Methoden sind unsinnig und teuer. Von Lisa Nienhaus
In Frankreich ist der Streik immer ein anerkanntes Mittel zum Ausdruck von Unmut gewesen. Doch die Haltung scheint sich zu ändern. Die großen nationalen Aufrufe der Gewerkschaften finden überraschend wenig Resonanz. Und das, obwohl die Regierung ein Reformprojekt nach dem anderen anpackt. Von Christian Schubert
Die große Koalition hat die Eigenheimzulage abgeschafft und den Wohn-Riester eingeführt. Das freut die Bausparkassen und die Bauindustrie. Aber ist es wirklich richtig, die eigenen vier Wände genauso zu fördern wie die ergänzende private Rente? Von Manfred Schäfers
Mehr als 80 Prozent der Deutschen sind für Mindestlohn. In so einer Stimmung will sich die Union, ungeachtet sachlicher Zweifel, nicht verweigern. So trägt die Union - allen voran die Kanzlerin und allen Jubelreden zum 60. Geburtstag der Sozialen Marktwirtschaft zum Trotz - den staatlichen Eingriff in die Tarifautonomie mit. Von Kerstin Schwenn