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Unternehmenssteuern

Der große Kompromiß

Steuersätze sind das eine, die Steuerbasis ist das andere. Ob das Produkt stimmt? Da sind Zweifel erlaubt. Ein Kommentar zur Reform der Unternehmenssteuern von Manfred Schäfers.

Lesermeinungen zum Beitrag

03. November 2006 11:47

Das Gesamtsystem ist für den Erfolg entscheidend

Lothar Häger (Lothar21)

Bei der Frage der Unternehmensbesteuerung werden alle Eventualitäten analysiert, Vor- und Nachteile aufgezeigt und mögliche Auswirkungen diskutiert. Leider ist die Unternehmensbesteuerung nur ein Teil des Gesamtsystems. Ich vermisse die gleiche akribische Verbissenheit bei der Besteuerung des Arbeitnehmers. Denn wem nützt eine günstige Unternehmenssteuer ohne Aufträge? Kaufkraft als treibender Wirtschaftfaktor scheint keine Bedeutung zu haben. Durch Kaufkraftverlust bei geringeren Unternehmenssteuern wird das Sterben der Unternehmen nur verlangsamt. Vielleicht ist es an der Zeit mit dem Vergleich von Äpfeln und Birnen aufzuhören. Bei internationalen Vergleichen muss das Gesamtsystem verglichen werden.
Wenn es natürlich darum gehen sollte sich ausschließlich den ohnehin nur exportierenden Unternehmen zu widmen, wird auch diese Reform keine Nachhaltigkeit haben. Reisende soll und kann man nicht aufhalten. Ganz im Gegenteil, die machen Platz für Neustarter (sofern der Staat nicht ständig mit dicken Knüppeln um sich wirft). Abzocke auf dem 1. Markt (Energiemarkt) tun ein Übriges. Alleine die Brennholzpreise sind innerhalb eines Jahres um bis zu 150 % gestiegen!! Allerdings nicht durch den Handel sondern ab Lagerstätte (Wald).

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03. November 2006 08:09

Für einmal kein Kompromiss in der Schweiz

Martin AEBI (lemurscout)

Und die Steuerspirale dreht sich munter weiter nach unten. Auch in der Schweiz. Was seit langem diskutiert wird, scheint jetzt Einzug halten.

So beabsichtigt der Kanton Schaffhausen als erster Kanton in der Schweiz eine sogennnte "Flat Tax Rate" von 18% auf den kantonalen Einkommenssteuern für juristische Personen einzuführen. Zudem würde die Vermögenssteuer auf 0,5 Promille gesenkt.

Der Kanton würde sich damit steuerlich wiederum im oberen Drittel in der Steuerrangliste einreihen, die nach wie vor von Zug mit rund 12% angeführt wird.

Ich will kein Loblied auf die Schweiz singen. Tatsache ist hingegen, dass es Unternehmen sind, die Arbeitsplätze schaffen und nicht Politiker. Auf jeden geschaffenen Arbeitsplatz kommt erfahungsgemäss ein weiterer über die Wertschöpfungskette. In der Schweiz tragen juristische Personen nur rund 11% zum Gesamtsteueraufkommens bei, aber sie schaffen Arbeitsplätze!

Wenn unser grosser nördlicher Bruder, seine Bemühungen verstärkt, seine Rahmenbedingungen zu verbessern, wird er unsere Wirtschaft konkurrenzieren. Gleichzeitig würde aber seine Wirtschaft gestärkt, was für uns mit unserer Exportabhängigkeit von Deutschland nur gut sein kann. Nur weiter so deshalb!

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