Von Holger Appel
17. September 2008 Das dürfte eine muntere Verwaltungsratssitzung werden, die die staatseigene Förderbank KfW an diesem Donnerstag abhalten wird. Obgleich der wirtschaftliche Sachverstand in dem mit 37 Mitgliedern hoffnungslos überbesetzten Gremium nicht an allen Stellen besonders ausgeprägt ist, dürfte den Aufpassern nicht entgangen sein, wie die KfW eine Milliarde nach der anderen in den Sand gesetzt hat.
Das Desaster um die Rettung der IKB-Bank hat bis jetzt 11 Milliarden Euro gekostet, mehr als 9 Milliarden davon kommen aus dem Bundeshaushalt oder dem (aufgebrauchten) Vermögen der KfW – mithin vom Steuerzahler. Von Risiken befreit, mit 2 Milliarden frischem Kapital und einem Besserungsschein über 1 Milliarde Euro ausgestattet, wird die IKB nun für knapp über 100 Millionen Euro verramscht. Gute Geschäfte sehen anders aus.
Und den Bock dieser Woche haben die Staatsbankiers ebenfalls geschossen, als sie am Montag mitten in die Insolvenz der Investmentbank Lehman hinein ebendieser 300 Millionen Euro überwiesen. Dilettantischer geht es kaum. Die Räte sollten die Vorgänge nicht einfach abnicken. Sie sollten fragen, welche Existenzberechtigung so eine KfW hat.
Text: F.A.Z.