Werksschließung in Deutschland

Die schmerzhafte Entscheidung von Nokia

Von Johannes Winkelhage

15. Januar 2008 Die Nachricht, dass Nokia die letzte deutsche Handyfabrik schließt, ist eine bittere - für die Mitarbeiter in der Handyproduktion von Nokia und für die Region um Bochum. Sie kommt aber nicht überraschend.

Auch Nokia musste sich immer wieder die Frage stellen, ob die Produktion der Geräte in Deutschland noch wettbewerbsfähig sei. Diese Frage hat der Vorstand um Olli Pekka Kallasvuo kurz vor Weihnachten mit einem klaren Nein beantwortet.

Im beinharten Wettbewerb kann die Vormachtstellung schnell kippen

Schon BenQ und Motorola hatten in den vergangenen Jahren die gleiche Antwort auf diese Frage gegeben – auch wenn in diesen Fällen noch viele andere Gründe mitgespielt haben. Besonders schmerzhaft ist die Entscheidung angesichts der blendenden Lage unangefochtener Weltmarktführerschaft, in der sich Nokia derzeit befindet. Der Konzern verdient gut. Warum also müssen jetzt so harte Entscheidungen getroffen und damit auch der Ruf aufs Spiel gesetzt werden?

Der Grund ist einfach: Die Finnen haben erst vor wenigen Jahren zu spüren bekommen, wie schnell die Vormachtstellung auf dem Handymarkt mit seinem beinharten Preiswettbewerb kippen kann. Daher ist es nur konsequent, wenn Nokia jetzt handelt und nicht erst wartet, bis es mit dem Geschäft wieder bergab geht.



Text: F.A.Z.