14. Dezember 2007 Erstmals seit fast 13 Jahren ist die vom Statistischen Bundesamt gemessene Inflationsrate in Deutschland über die Marke von drei Prozent gestiegen. Maßgeblich dafür ist der starke Preisanstieg der Erdölprodukte und einiger Nahrungsmittel. Die Verteuerung dieser Güter wird in der Öffentlichkeit besonders wahrgenommen.
Die Inflationssorgen bergen zwei Gefahren für die Wirtschaft: Zum einen dämpfen sie die Kauflust der Verbraucher, die privaten Haushalte halten sich mit Anschaffungen zurück. Drosseln sie ihren Konsum, droht die wichtigste Stütze der Binnenkonjunktur wegzubrechen.
Zum anderen drohen wegen der Kaufkraftminderung Zweitrundeneffekte. Das heißt, die Gewerkschaften könnten in den anstehenden Lohnverhandlungen mit Hinweis auf die Inflationsrate höhere Forderungen stellen. Dies treibt die Arbeitskosten in die Höhe, verringert die Wettbewerbsfähigkeit und letztlich das Wachstum. Verantwortungsbewusste Gewerkschaften sollten sich vor überhöhten Forderungen hüten, denn sie schaden den Arbeitslosen. Die Sorgen wegen der Inflation sind begründet – überzogene Reaktionen machen die Sache aber noch schlimmer.
Text: F.A.Z.