Turbulente Hauptversammlung

IKB ohne Halt

Von Holger Appel

27. März 2008 Jetzt hat die IKB Deutsche Industriebank nicht einmal mehr einen Aufsichtsratsvorsitzenden. Ulrich Hartmann hat mit dem Ende der Hauptversammlung sein Mandat aus Altersgründen niedergelegt, und der designierte Nachfolger Dieter Ammer will plötzlich nicht mehr. Es ist bezeichnend, dass die verärgerten und enttäuschten Aktionäre, die sich generell schlecht informiert fühlen, davon erst in der Hauptversammlung erfahren haben. Wer das Amt übernehmen soll, blieb am Donnerstag offen.

Zudem verkündete der Aufsichtsrat, dass der Wirtschaftsprüfer gewechselt wird. KPMG, die das Risiko in der IKB nicht entdeckt hat, wird durch PWC ersetzt. Aber ist PWC nicht der Prüfer der Sachsen LB gewesen, die bekanntlich ebenfalls in Existenznot geraten ist? Der amtierende Vorstand konnte auch am Donnerstag kaum aktuelle Geschäftszahlen nennen, und wenn, dann nur mit dem Zusatz, auch diese seien unsicher und weitere Verluste nicht auszuschließen.

Acht Monate nach Veröffentlichung der Krise geht es in der IKB immer noch drunter und drüber. Grob geschätzt hat bis heute jeder Bundesbürger 100 Euro zur Rettung der maroden Bank zahlen müssen. Wie viel noch?



Text: F.A.Z., 28.03.2008, Nr. 73 / Seite 22

 
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