Von Brigitte Koch
29. November 2007 Die Messlatte liegt hoch: Im vergangenen Jahr konnten sich Deutschlands Einzelhändler im Weihnachtsgeschäft in einer kleinen Sonderkonjunktur sonnen. Wegen der drohenden Mehrwertsteuererhöhung wurde so mache größere Anschaffung noch ins alte Jahr vorgezogen.
Sollte es in den bevorstehenden Adventswochen gelingen, die guten Vorgaben aus dem Vorjahr zu schaffen, wäre dies ein großer Erfolg für die Branche. Übermäßig viel spricht derzeit aber leider nicht dafür, dass die Kunden wieder beherzter zur Brieftasche greifen werden.
Preisauftrieb sorgt für schlechte Stimmung
Der Mehrwertsteuerschock hat viel länger nachgewirkt als ohnehin befürchtet. Und nun sorgt ein recht starker Preisauftrieb dafür, dass die Konsumstimmung kurz vor Jahresende noch immer nicht an Fahrt gewinnen will.
Der Einzelhandel kann das Jahr 2007 mehr oder weniger abhaken. Für ein nominales Plus wird es nicht mehr reichen, für ein preisbereinigtes schon gar nicht. 2008 könnten sich die Belebung am Arbeitsmarkt und die verbesserten Einkommensaussichten auch in den Einzelhandelskassen niederschlagen. Aber die Branche bleibt mit ihren Hoffnungen bescheiden. Zwei Prozent Plus, und das bezogen auf eine äußerst schwache Basis, sind für andere nur Peanuts.
Text: F.A.Z., 29.11.2007, Nr. 278 / Seite 22
Bildmaterial: F.A.Z.