Die Börse in Zeiten der Krise: Warum haften für etwas, an dem man keine Schuld trägt?

Rezession hin, Konjunktur her

Ich nicht

Die Zeiten der Krise wecken die Instinkte des Widerstands gegen diese ganze Welt des Wirtschaftens. Die Rhetorik der Dringlichkeit scheppert hohl. Ich will der Wirtschaft nicht helfen, sondern konsumübellaunig sein und bleiben. Von Richard Wagner

Lesermeinungen zum Beitrag

14. Dezember 2008 17:04

Bravo.....

Peter Kleimeier (p.leimeier)

ich stimme 100%ig zu! Der Beitrag zeigt: die wichtigsten Veränderung finden in den Köpfen statt. Und nach dieser Krise werden wir ziemlich anders denken, als noch vor wenigen Monaten.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
14. Dezember 2008 16:39

Wohlan ...

Detlef Wagner (tiptap)

Gemäß einer mir bekannten Astrologin ist vor einiger Zeit der Planet Pluto in das Sternzeichen des Steinbocks eingetreten. Unabhängig davon, ob man daran glaubt oder nicht, gab es in der Vergangenheit zu solchen Zeiten tatsächlich immer grundlegende Tendenzen, die vorhandenen Systeme und Institutionen neu zu bewerten. Wir sollten versuchen, diese Systemkrise dazu zu verwenden, um über die bisherigen eigenen Erfahrungen in und mit diesem noch bestehenden System nachzudenken und unsere eigenen Konsequenzen daraus zu ziehen. Wie schon viele festgestellt haben, haben wir als Einzelne keine großen Auswirkungen auf ein komplexes, weltumspannendes System. In dem Augenblick jedoch, in dem jeder Einzelne von uns sich bemüht, ein wenig in seinem eigenen Umfeld nach einer eigenen "neuen" Maxime zu leben, kann das sehr wohl auch Großes verändern. In diesem Sinne werde auch ich mich nicht in den Konsumrausch stürzen, sondern versuchen, die nächste Zeit ein wenig sinnvoller zu verbringen und meinen eigenen "Garten" zu bearbeiten. Schauen wir mal, was dabei herauskommt :-) Detlef Wagner

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
14. Dezember 2008 16:09

Für Konsumübellaunigkeit, contra Konsum auf Pump

Ben Hur (titopoli)

Auch wenn mich persönlich der Duschtempel nicht sonderlich interessiert, möchte ich doch jedem die Freiheit lassen, nach eigener Façon leben zu dürfen, auch mit Duschtempeln. Wenn wir aber 7 Miliarden Menschen auf dieser Welt nicht nur ernähren, sondern auch in Würde und Freiheit leben lassen wollen, müssen wir uns schon ein paar über unsere Dusche hinausgehende Gedanken machen. Der Ekel vor unsinniger Konsumwelt reicht da nicht. Mir fiel auf, dass Ihre Analyse diese Finanzkrise bei weitem nicht ausreichte, um ein Ihren Ansprüchen gerecht werdendes Fundament für ein Urteil zu bilden. Dementsprechend oberflächlich gerieten dann auch die entsprechenden Passagen des Artikels. Da einige Ihrer Gedanken der Austrian School of Economics recht nahe stehen, möchte ich auf die Webseite mises.org hinweisen. Sie werden dort bei Mises und Rothbard vieles finden, was Ihnen das Mißtrauen gegenüber dem Markt nimmt. Auch wenn Sie einigen und teilweise auch mir aus der Seele gesprochen haben, bleibt bei mir doch ein hohes Maß an Unzufriedenheit zurück. PS: Hochmut gegenüber den USA ist wirklich nicht angebracht, solange unser Staat alte Schulden mit neuen Schulden tilgt - ganz ähnlich dem credit card revolving system der US-subprimes.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
14. Dezember 2008 15:05

"ich nicht"..die kennzeichnende Einstellung des gemeinen...

Michael Meier (never1)

...Individuums / Bürgers in diesem Staat und in seinen diversen anderen Gemeinschaften. "Ich Nicht" kann ich sagen in unserer durchalimentierten und evtl. überregulierten Gesellschaft, aber nicht an vielen anderen Stellen dieser Welt, an denen die meisten der Leser weder im Knast noch im Krankenhaus ein möchten. "Ich nicht" ist m.E. in der dargebotenen Form so herrlich einfach und bedient die in jedem System vorhandene Unzufriedenheit, die Sehnsucht des Menschen nach Neuem und auch sozialen Veränderungen. Die Leser und Käufer der FAZ bezahlen Herrn Waqner für seine Schriften, zu Ende gedacht und im Kantschen Sinne von allen umgesetzt bekäme er kein Geld mehr dafür. Ob er dann auch noch "Ich nicht" sagt, wenn es um Erhalt von Transferleistungen geht? Dieser Staat als Bürgergemeinschaft lebt von Individuen, die Alternativen und neue Lösungen suchen...der Apfelbaum im eigenen Garten ist schön, die Rückbesinnung auf das nichtmaterielle und das Seelenheil notwendig ..... aber die journalistische Avantgarde sollte sich als etwas staatstragender begreifen....oder Alternativen darstellen.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
14. Dezember 2008 14:05

Nein Danke

Lutz Jansen (LJA)

Dieser Artikel ist für mich reine Bigotterie. Erst schwimmt man mit dem Strom mit und hat am allgemeinen Wohlstand und Fortschritt teil. Wenn dann die, in der Marktwirtschaft irgendwann fällige Krise kommt, verschränkt man die Arme und erklärt mit moralinsaurer Stimme das gehe einen ja gar nichts an und man mache da nicht mit und außerdem habe man es ja schon immer gewusst. Nichts kennzeichnet das in Deutschland grassierende Neo-Biedermeier so deutlich wie diese Geisteshaltung. Dabei hat der Autor natürlich in vielen Punkten recht. Die Exzesse im Finanzwesen waren da, aber sie waren auch für alle sichtbar. Niemand hat sich jedoch in den letzten Jahren über steigende Zinsen, Dividenden oder Gehälter beschwert. Auch die hier erneut verdammten und ach so unfähigen Politiker wurden von uns gewählt. Aber niemand hat sich dafür interessiert, wie sie denn zu diesen Themen standen. Lieber wählte man die gleichen Leute wie schon seit 20 Jahren, weil es ja so einfach ist. Ja, Ja. Die böse grosse Welt ist viel zu kompliziert geworden, als das der normale Bundesbürger sich noch darüber informieren könnte. Der selbsternannte Kleine Mann auf der Strasse steckt da lieber seinen Kopf in den Sand und mosert später rum.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
14. Dezember 2008 13:20

Auch ich möchte mich dieser Meinung anschließen und der der anderen Kommentare

Rolf-Dirk Maehler (RDMAEHLER1)

Vielleicht sind wir ja doch mehr als nur ein halbes Dutzend. Jedenfalls ist dies einer der besten Artikel, die die FAZ seit langem veröffentlicht hat. Schade nur, daß unsere Politik solche Meinungen nicht zur Kenntnis nehmen will, obwohl sie doch so gut tun!

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
14. Dezember 2008 13:13

Wenn doch jeder so denken würde...

Martin Loeffler (Rdogpink)

... würde natürlich unsere konsumdurchtränkte und -basierte Gesellschaft erst einmal in die Knie gehen. Aber Wagner hat den schön schlüssigen Satz gebracht, dass man sich vor 200 Jahren noch um sein Seelenheil scheerte und nicht um veräußerte/veräußernde Dinge. Erich Fromm hat das schon 1975 (oder so) schön in "Haben oder Sein" formuliert und betont, das Konsum allein den Menschen nicht glücklich machen kann. Der Kauf eines Gegenstandes oder einer Dienstleistung kann, wenn wirklich gebraucht, das Leben um einiges bequemer machen. Leider wollen Firmen, so nischenhaft der Gebrauchswert eines Produktes ist, auch ihren Umsatz machen, schalten Werbung und bringen Ware an den Mann/Frau, die er/sie ursprünglich nie gewollt hätte, ob das nun die dritte Bohrmaschine ist oder das fünfte Paar schwarz-roter Schuhe. Aber man kauft, für den Konsumkick, das belebende Gefühl, etwas neues zu "haben". Und wenn dann der Rausch abklingt, fühlt man sich bis zum nächsten Kauf noch leerer als zuvor. Die Menschheit muss wieder weg von der Massenfertigungsethik. Arbeit wäre dann trotzdem noch genug da, nur würde sie nicht mehr den Tag bestimmen. Der Mensch sollte sich wieder übers täglich Brot und nicht übers täglich Geld freuen können.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
14. Dezember 2008 12:59

Ich nicht

Ernst Alfred Kirchhoff (EK51)

hier hier ist der nächste Gesinnungsgenosse ...

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
14. Dezember 2008 12:54

Danke!

Gabriele Nolte (gano)

Herr Wagner, Sie haben mir und den bisherigen Kommentaren nach zu urteilen vielen anderen aus der Seele gesprochen. Schön, daß es uns noch gibt und daß diese Meinung auch mal in der ansonsten nur noch krisengeilen Medienwelt Berücksichtigung findet.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
14. Dezember 2008 12:40

Apfelbaümchen

Jens lühr (jensluehr)

Gut, es ist an der Zeit ein Apfelbäumchen zu pflanzen und sich vollkommen richtig den wesentlichen Dingen zuzuwenden. Die Mttelmäßigkeit applaudiert sich selbst und bewunderte die Weltwirtschaft genauso ein Implantatteilchen von Pamela Anderson. Was kann man eigentlich tun um so ein "goldenes Kalb" als Moloch zu demaskieren? Sich abwenden (wer eine Filmvorlage benötigt, siehe Merlin mit Sam Neill) und ignorieren. Kommt kein Applaus ist der Wert von Verona Feldbusch, Wolfowitz oder auch des SUV gleich Null. C'est ca.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
14. Dezember 2008 11:59

Danke.

Thomas Nickel (trebsamoht)

Danke. Danke.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
14. Dezember 2008 11:44

Danke.

Harry Hain (zx10)

Mir geht es jetzt besser. Ich bin nicht allein auf diesem Planeten. Es gibt hier doch noch Leben. :-)

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
14. Dezember 2008 11:30

Klasse!

Johann Prossliner (Prossliner)

Mir aus der Seele gesprochen (und aus dem Kopf) – wie vielen sonst wohl noch?

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
14. Dezember 2008 11:29

Treffende Gefühlsgranate...

Christoph Rohde (prediger1)

Herr Wagner kumuliert hier die Gefühle, die Millionen haben und die sich in eine weitere Delegitimierung des politischen Systems hin bewegen. Allensbach zeigt, dass seit 3 Jahren 20 % dieses Wirtschaftssystem als gerecht empfinden, wohl die, die ihre Provisionen willkürlich selbst bestimmen. In der Tat sollten die Eliten nach Canossa gehen - ein Mittelstandsgremium als neues Kriseninstitut.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
13. Dezember 2008 23:18

Das Pokern ist vorbei! Spielstände werden verglichen...

Peter Palle (PeterPalle)

Ein toller Beitrag, wirklich herausragend, mutig, wohlklingend und trotzdem verblüffend sachlich! Ich kann dem nur beipflichten und identifiziere mich mit jedem Wort. Es bedarf keiner weiteren Ausführung und stellt genau das dar, was mir seit geraumer Zeit täglich vor Augen vorgeführt und selbst gefühlt wird. Es ist die Zeit in der die Karten offen auf den Tisch gelegt werden müssen und des Zockers ängstliche Stunde ist. Die Entlarvung gilt jedoch weniger der gesellschaftlichen und öffentlichen Diffamierung, welches wohl eher das Vertrauen zurückkehren ließe, nein, vielmehr ebnet es den Weg vieler politischer Persönlichkeiten kindlich den amerikanischen Traum auszuleben ohne dabei auf das Geld und der Herkunft zu achten - und das wird dabei sonnenklar mit dem Wort "Verantwortung" ausgelegt. Schön, dass auch diese Personen sich der Wirtschaftlichkeit und damit allen vertretbaren Grundsätzen entledigen. Mit Geld anderer Leute lässt es sich auch viel einfacher umgehen, nur dumm, wenn man damit die Bürger verärgert, da es weder dem eigentlichen Zweck des Gemeinwohls noch förderlich für die Zukunft dient. Schließlich werden sich die Verantwortlichen wieder fragen, warum die Wählerfluktuation steigt. Ist das so verwunderlich?

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
13. Dezember 2008 23:05

Ich auch nicht

Chi Tamago (tamago)

Herr Wagner, Sie haben zumindest einen Gesinnungsgenossen!

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
1 - 15 von 16 Lesermeinungen
1 | 2 VorZum Ende blättern
Suche in Beitrag Lesername oder Login
Datum bis
FAZ.NET Suchhilfe
F.A.Z.-Archiv Profisuche