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Lidl unter Zugzwang

Von Susanne Preuß

04. April 2008 Wer ist eigentlich Lidl? Lidl ist billig: Das ist der Slogan, den man aus der Werbung kennt. Lidl bespitzelt seine Mitarbeiter: Das ist das, was man seit einigen Tagen weiß. Und neuerdings ist klar, dass man auch als Kunde nicht ganz außen vor ist, weil die Eingabe der PIN-Nummern von Kameras gefilmt wurde.

Das sorgt für ein schlechtes Gefühl, auch wenn es bisher keine Hinweise darauf gibt, dass diese Informationen missbraucht und Scheckkarten geplündert wurden. Es wäre nicht verwunderlich, wenn Lidl-Kunden nun ihre Gewohnheiten ändern und künftig bei der Konkurrenz einkaufen gehen. Dagegen spricht zwar, dass solche Methoden wie bei Lidl im Handel möglicherweise gang und gäbe sind. Aber im Fall Lidl erinnert man sich an mehr: an das Schwarzbuch der Gewerkschaft Verdi beispielsweise, das vor einigen Jahren aufzeigte, wie Lidl-Mitarbeiter schikaniert wurden.

Etwas Positives, das als Korrektiv für dieses schlechte Bild dienen könnte, gibt es nicht. In all den Jahren, in denen Dieter Schwarz aus Neckarsulm ein beeindruckendes Handelsimperium in Aldi-Dimensionen aufgebaut hat, wurde versäumt, Vertrauen zur Gesellschaft aufzubauen. Aber schweigsam zu bleiben, kann sich Lidl nicht mehr leisten.

Text: F.A.Z.

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