Ausbildungsmarkt

Die Lehrlingslücke, der Staat und die Schulen

Von Heike Göbel

13. Mai 2008 Der Aufschwung ist am Lehrstellenmarkt angekommen. Nach Berechnungen der Kammern übersteigt das Angebot an Ausbildungsplätzen erstmals seit sechs Jahren wieder die Zahl der Bewerber. In Ballungszentren sind Lehrlinge schon richtig knapp.

Gut möglich, dass Nachwuchsmangel bald flächendeckend zum Problem wird, denn mittlerweile schrumpfen demographiebedingt die Schüler- und damit die Bewerberzahlen. Doch selbst wenn die Lehrstellenlücke dauerhaft der Lehrlingslücke weicht, heißt das nicht, dass jeder Schulabgänger einer sicheren Zukunft entgegensähe. Zu viele sind nicht hinreichend qualifiziert, um den Anforderungen einer Ausbildung zu genügen. Sie werden es weiterhin schwer haben.

Unternehmen taugen nur bedingt als Reparaturbetrieb

Die Bundesregierung lockt Arbeitgeber daher mit einem Ausbildungsbonus, sich der schwächeren Bewerber anzunehmen. Fast eine halbe Milliarde Euro stellt sie dafür bereit. Die teure Starthilfe wird wie jede Subvention starke Mitnahme- und Verdrängungseffekte haben.

Als Reparaturbetrieb des Bildungssystems taugen Unternehmen auch nur bedingt. Besser aufgehoben wäre das Geld in den Schulen. Ihre Aufgabe ist es, niemanden ohne die Basisqualifikationen für eine Lehre zu entlassen.



Text: F.A.Z.