Von Christian Geinitz
12. Dezember 2007 Den Sachsen stehen stürmische Weihnachten ins Haus. Falls die Verhandlungen mit der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) über den Kauf der Sachsen LB am Sonntag scheitern, will die Bankenaufsicht das öffentlich-rechtliche Institut schließen. Das wäre der erste Ausfall einer Landesbank, er risse riesige Löcher in das öffentlich-rechtliche Finanzsystem und bedeutete unschwer das Ende der Regierung von Ministerpräsident Milbradt.
Doch soweit wird es nicht kommen. Vielmehr nutzen die Sachsen die Drohung geschickt, um die LBBW und weitere Finanzeinrichtungen dazu zu bewegen, sich an den Risiken für die gefährdeten Engagements zu beteiligen. Wie schon bei der Verabredung des Notverkaufs im August werden sich die Akteure auch diesmal zusammenraufen. Denn unter einem Zusammenbruch litten alle: die Banken und Sparkassen, die Länder, der Bund, der Finanzplatz Deutschland. Grund für die Unstimmigkeiten zwischen Dresden und Stuttgart sind die steigenden Ausfallgefahren, die nun auf mindestens 4,3 Milliarden Euro veranschlagt werden. Die Sachsen LB hat sich nicht nur bei ihren Geschäften verspekuliert - sondern auch bei ihrer Sanierung.
Text: F.A.Z., 12.12.2007, Nr. 289 / Seite 11