Amerikanischer Häusermarkt

Die Hypothekenkrise wird zum Politikum

Von Claus Tigges

30. November 2007 Es muss um den amerikanischen Häusermarkt schlimmer bestellt sein, als bisher zu vermuten war. Anders lässt sich die Bereitschaft führender Banken nicht deuten, die Zinsen von Hypothekendarlehen an Schuldner mit schlechter Bonität auf niedrigem Niveau einzufrieren.

Offenbar fürchten die Kreditgeber, die zuvor leichtfertig Hypotheken auch an wenig solvente Kunden vergeben haben, dass viele dieser Hausbesitzer den ursprünglich vereinbarten Zinsanstieg nicht verkraften und die Zahl der Zwangsversteigerungen weiter in die Höhe schnellen könnte. Der Umstand, dass die Regierung sich an den Verhandlungen der privaten Banken beteiligt, spricht Bände.

Das eigene Heim hat einen hohen Stellenwert

Das Debakel auf dem Häusermarkt besitzt eine politische Dimension. Das eigene Heim hat einen hohen Stellenwert und ist für die meisten Leute mit der Verwirklichung des „amerikanischen Traums“ verbunden.

Es bleibt zu hoffen, dass Regierung und Kongress unter dem Eindruck der nahenden Präsidentschaftswahl nicht sämtliche ordnungspolitischen Überzeugungen über Bord werfen und womöglich bedrängten Banken oder Hausbesitzern direkte Hilfen aus der Staatsschatulle gewähren.

Text: F.A.Z.

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