Von Holger Appel
10. Februar 2008 Die IKB braucht frisches Geld. Wieder einmal. Das Debakel in Düsseldorf scheint kein Ende zu nehmen. Ein Scherzbold würde sagen: Doch, das Ende ist abzusehen. Wenn sämtliche Papiere nichts mehr wert sind, ist Schluss. Dann wären mehr als 15 Milliarden Euro von dem Mittelstandsfinanzierer verbrannt worden.
Nach Scherzen ist freilich niemandem zumute. Der Staatsbank KfW, als Großaktionär maßgeblich an der Rettung beteiligt, geht das Geld für dieselbe aus. Soll die originäre Tätigkeit der Förderbank nicht leiden, ist eine Kapitalerhöhung aus Steuermitteln notwendig.
Die privaten Banken wollen sich nicht stärker engagieren
Das wird in Berlin, wo über die Krise und deren Management ohnehin heiß debattiert wird, zu weiterer Diskussion führen. Die privaten Banken verspüren wenig Lust, sich noch stärker zu engagieren, obgleich sich ihr Beitrag im Vergleich zu dem der KfW bescheiden ausnimmt. Aber ihnen gehört die IKB ja nicht.
Ob die IKB umfällt oder nicht, steht dahin. Jedenfalls zeigen die jüngsten Meldungen: Die Krise der Banken ist noch nicht vorbei. Viele werden angesichts niedrigerer Bonitätsnoten Wertpapiere neu bewerten müssen. Es wird weitere unangenehme Überraschungen geben. Nicht nur aus Düsseldorf.
Text: F.A.Z., 11.02.2008, Nr. 35 / Seite 9