Telekom

Indische Lösung

Von Johannes Winkelhage

29. Januar 2008 Es war ein Hin und Her: Die Mitarbeiter der T-Systems mussten zuletzt einiges aushalten, da der Konzern immer neue Varianten der Zukunftsgestaltung für seine Tochtergesellschaft auf den Tisch legte. Bisher aber hatten alle Lösungsansätze einen Makel: Sie entpuppten sich als nicht tragfähig.

Das galt auch für die Idee, das Großkundengeschäft zu verkaufen. Die Probleme der Sparte mit ihren vielen Beamten wollte sich niemand ins Haus holen. Jetzt aber scheint eine Lösung gefunden, die auch auf den zweiten Blick sinnvoll erscheint. Eine exklusive Partnerschaft mit der indischen Tata ist eine gute Idee. Sie öffnet der T-Systems den Zugang zu einer preiswerten Softwarefabrik.

Dadurch wird sie in die Lage versetzt, auch dem Mittelstand maßgeschneiderte Lösungen anzubieten, die dieser bisher von der Stange kaufte, da er nur Konfektion bezahlen wollte. Hier gemeinsam mit SAP in die Offensive zu gehen ist ebenfalls eine gute Idee. Auf der anderen Seite ist die Konzentration auf Europa sinnvoll. Während viele Unternehmen in den Vereinigten Staaten ihre Informationstechnik und Telekommunikation schon ausgelagert haben, steht in Europa die große Welle noch bevor. Das sollte dem Marktführer helfen.



Text: F.A.Z., 30.01.2008, Nr. 25 / Seite 22