Analyse

Geldpolitik in Krisenzeiten

Die amerikanische Finanzkrise schwelt nun schon seit dem vergangenen Sommer. Die Zentralbanken stemmen sich gegen die Krise mit verschiedenen Instrumenten. Zum einen mit der Verringerung des Leitzinses; zum anderen mit der vorübergehenden Bereitstellung von Geld. Zwei Maßnahmen mit unterschiedlicher Wirkung. Von Claus Tigges

Lesermeinungen zum Beitrag

18. März 2008 16:32

Guter Kommentar

Andreas Seidl (ASeidl)

Ich glaube auch nicht, daß es was bringt, den Geldhahn aufzudrehen und damit den Verschuldungtrend zu fördern. Parallel um Geldsegen müßten klare politische Regeln her die Verschuldung der Amerikaner langsam auf ein akzeptables Maß zurückzuführen. Kredite fallen aus, weil der Schuldner sie nicht mehr bedienen kann.

Hier sind die US-Banken klar Opfer ihrer eigenen Wachstumsbesessenheit geworden. Da die Bevölkerung der USA nicht rasant wächst ist eine Maximalgröße für das Kreditgeschäft gegeben. Traurig ist nur, daß die gesamte Weltfinanz wie eine Herde dummer Schafe dem Leithammel USA hinterherrent.

In der Natur gleichen Wachstumskurven nur in Ausschnitten Exponentialfunktionen. In den Grafiken und Köpfen der Wirtschaftslenker und -berater gibt es keine anderen. Denken wir mal darüber nach!

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18. März 2008 15:09

Politisch kontrolliertes Gelddrucken ist nicht die Lösung

Sebastian Landthaler (Sebastian82)

Die FED, die halb-staatliche Geld-Druck-Institution der US-Regierung ist nicht die Lösung, sondern aufgrund ihrer Struktur und Regierungsnähe selbst ein großer Teil des Problems.
Mit ihrem massiven Deficit-Spending der (schon so oft gescheiterten) keynesianistischen Art hat die BushII-Regierung die Grundlagen soliden Wirtschaftens längst verlassen.
Das größte Problem sind aber die durch "fiat money" ("Es werde Geld"=gedrucktes oder virtuelles Geld ohne realen Gegenwert) massiv aufgeblähten Spekulationsblasen und rein virtuellen Boomblasen. Diese sind - ermöglicht durch das Gelddruckmonopol der Zentralbanken - von tatsächlich wirtschaftlich produzierten und real vorhandenen Werten/Kapital abgekoppelt und nur noch ein Spiel mit staatlich gedrucktem Papiergeld.
Siehe dazu u.a. das polemische, aber nationalökonomisch fundierte Sachbuch "Geld, Gold und Gottspieler" von Roland Baader.
Ebenso interessant ein Text des damals noch nicht für die staatliche Zentralbank arbeitenden Alan Greenspan: "Gold und wirtschaftliche Freiheit", u.a. unter http://www.bullion-art.com/pdf/gold_und_wirtschaftliche_freiheit.pdf

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18. März 2008 11:33

Richtig.

Reinhold Eysel (Eysel)

Ein Beitrag, der alle wichtigen Aspekte enthält.
"Inflation, Stagflation" ist letztlich i m m e r der "Rettungsanker", der die am härtesten trifft, die nicht - oder nur zu kleinem Teil - in Sachwerten investiert sind.
Es ist nicht mehr als das ewige Auf und Ab. Mal sind die Wellen höher, mal niedriger. Ein guter Seemann vergisst das nicht und geht n i e an die Belastungsgrenze seines Materials. Selbst wenn Andere ihm manchmal davon zu segeln "scheinen". Im STURM erst zeigt sich, wer ein guter Seemann ist. Manche treiben mit zerbrochenem Rigg dahin und der gute Seemann segelt langsam daran vorbei. Die Geschichte von Bear Sterns.

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