Deutsche Bahn

Der Sündenbock

Von Matthias Müller

29. Oktober 2008 Nun ist es amtlich. Der Aufsichtsrat habe dem Vorstand der Deutschen Bahn schon von einem Börsenerlös von 3,5 Milliarden an Bonuszahlungen von insgesamt vier Millionen Euro gewährt.

Diese Zahl überrascht. Denn vor der Finanzmarktkrise wurden noch über vier Milliarden Euro und mehr spekuliert, die der Börsengang der DB Mobility Logistics AG einbringen werde. Nicht überraschen sollte jedoch, dass Vorstände erfolgreicher Unternehmen Prämien erhalten.

Wenn es Bahn-Chef Hartmut Mehdorn gelingt, das einst marode Staatsunternehmen mit guten Zahlen an die Börse zu bringen, dann sollten er und seine Vorstandsmannschaft dafür – wie in anderen Wirtschaftsunternehmen auch – eine Prämie erhalten. Das sollte auch dem glücklos agierenden Verkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) einleuchten, der nun medienwirksam seinen Staatssekretär, Matthias von Randow, als Mitglied des Bahn-Aufsichtsrates mit dessen Entlassung zum Sündenbock macht.

Von Randow löste erst im Januar Jörg Hennerkes ab, dessen Agieren bei der Bahnprivatisierung Tiefensee ein Dorn im Auge war. Es wäre an der Zeit, dass Tiefensee auch mal mit sich selbst ins Gericht geht.

Text: F.A.Z.

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