Von Hanno Mußler
27. November 2007 Die Vorstellungen des Verbandes öffentlicher Banken bergen Sprengstoff für seine Mitglieder, allen voran die Landesbanken. Gerade viele Landesbanken haben jenseits der Bilanz Schatten-Banken aufgelegt, für die sie im Falle des Falles aber geradestehen müssen.
Wohin diese Intransparenz führen kann, zeigt das Schicksal der Sachsen LB, die die Refinanzierung für eine Zweckgesellschaft nicht mehr stemmen konnte und in der Not an die LBBW verkauft werden musste.
Wer es sich leisten kann, nimmt jetzt schon Korrekturen vor
Dass Zweckgesellschaften in die Bankbilanzen aufgenommen werden, sofern die Banken sie beherrschen, ist zur Vertrauensbildung überfällig. Die Banken in Bredouille bringt, dass sie dafür auch knappes Eigenkapital als Puffer vorhalten müssen. Dies dürfte frischen Kapitalbedarf zum Beispiel bei der ohnehin nicht auf Rosen gebetteten West LB noch dringlicher machen.
Absehbar ist auch, dass die Wirtschaftsprüfer im Frühjahr, wenn der Bilanzwert der Zweckgesellschaften festgelegt werden muss, mit den Banken manchen Strauß werden ausfechten müssen. Wer es sich wie die Dekabank leisten kann, nimmt schon jetzt Korrekturen auf ABS-Wertpapiere vor. Alle anderen hoffen, dass sich die Kurse bis Jahresende erholen.
Text: F.A.Z., 28.11.2007, Nr. 277 / Seite 22