Gestoppte Teilprivatisierung

Opfer Börsen-Bahn

Von Holger Steltzner

06. November 2008 Der Streit über den Börsengang der Deutschen Bahn währt lang, schon mancher Verkehrsminister und Aufsichtsrat ist darüber gestolpert. Auch der amtierende Verkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) ist wegen der geplanten Bonuszahlung für das Management selbst für magere Verkaufserlöse ins Wanken geraten.

Doch eine bemerkenswerte Melange aus Börsenbaisse und großkoalitionärer Parteitaktik rettet Tiefensee. Das ganze Gerede über Boni sei unappetitlich, sagen nun Ministerkollegen nach der Kabinettssitzung. Eigentlich stelle sich die Frage der Boni ohne Börsengang gar nicht.

Die Wahrscheinlichkeit einer Absage steigt

Der Börsenzug ist zu Recht gestoppt worden, weil verunsicherte Investoren zu wenig für die Bahnaktie geboten haben und der Bund Volksvermögen nicht verschleudern darf. Muss das für die restliche Legislaturperiode gelten?

Zwar spart sich die große Koalition eine Zerreißprobe und weitere Auseinandersetzungen mit der wachsenden Schar der Privatisierungsgegner im Parlament. Aber es steigt die Wahrscheinlichkeit, dass nach der Wahl im kommenden Jahr dem Aufschub die Absage folgt. Zum letzten Opfer des langen Streits um den Bahn-Börsengang könnte die privatisierte Bahn werden.

Text: F.A.Z.

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