06. August 2008 Seit sieben Monaten verbucht die deutsche Industrie stetig weniger Aufträge. Jetzt liegt das Niveau gegenüber dem Vorjahr schon um sechs Prozent niedriger. Zwar haben die Unternehmen noch einen gewissen Bestand an alten Ordern abzuarbeiten; doch dieses Polster dürfte in ein paar Monaten aufgebraucht sein. Dann herrscht Flaute, wenn keine neuen Impulse kommen.
Danach sieht es nicht aus: Die stark exportabhängige deutsche Industrie leidet unter dem konjunkturellen Abschwung in Amerika und der Schwäche wichtiger Handelspartner in Europa. Trotz dieser trüben Aussichten ist hemmungsloser Konjunkturpessimismus nicht angebracht. Die nun kursierenden Zahlen zum vergangenen Frühjahr, das wohl ein Schrumpfquartal war, relativieren sich, wenn man bedenkt, wie überragend gut das erste Quartal verlaufen ist.
Selbst wenn im Sommer abermals eine leicht negative Wachstumszahl herauskäme, dies entspräche dann der Definition einer Rezession, wäre dies kein Anlass zur Panik. Anders als in Spanien oder Irland gab es in Deutschland keine konjunkturellen Übertreibungen, die eine scharfe Korrektur erforderten. Es gibt wohl einen Abschwung, aber keinen Absturz.
Text: F.A.Z.