06. August 2007 ruh. Das staatlich geförderte Sparen wird zur Massenbewegung. Spaß macht das zwar immer noch nicht. Wer will sich schon mit Zertifizierungsnummern, Sonderausgabenabzug und Zulagenantrag beschäftigen? Das klingt gar nicht nach sorglosem Ruhestand und kostet auch noch viel Geld. Doch allmählich erkennen die Deutschen, dass es ohne zusätzliche private Anstrengungen im Alter knapp werden könnte. Die zum Teil üppige steuerliche Förderung ist ein weiterer Anreiz, einen eigenen Vorsorgeweg zu suchen. Ganz ohne Berater ist das kaum noch möglich. Denn die richtige Entscheidung, ob denn nun die Entgeltumwandlung über den Betrieb oder Vorsorge nach dem System Rürup oder Riester die größten Vorteile ermöglicht, setzt zumindest einen Fortgeschrittenenkurs für Steuerrecht und Finanzmathematik voraus. Dass sich die Sparer trotzdem nicht abwenden, ist erfreulich. Denn eine finanzielle Vorbereitung des Ruhestands ist notwendig, mühsam und kein zusätzliches Bonbon. Selbst wenn alle Angestellten und Beamte per Riester-Vertrag die Höchstsummen sparen würden - dafür brauchte es mehr als eine Vervierfachung der heutigen Zahl -, wären damit nur die Kürzungen der vorletzten Rentenreform ausgeglichen. Der Weg zu einer nachhaltigen Altersvorsorge ist noch weit. Aber immerhin weist der Trend seit wenigen Jahren in die richtige Richtung.
Text: F.A.Z., 07.08.2007, Nr. 181 / Seite 9