09. Oktober 2007 Die Einsicht, für die er seinen Nobelpreis bekommen habe, sagt der Astrophysiker Antony Hewish aus Cambridge, verdanke er einem Zufall. Er habe einfach die richtigen Antennen zum richtigen Zeitpunkt in die richtige Richtung gehalten und so die Pulsare genannten Sterne messen können. So aber sei Forschung: Man suche etwas und finde etwas anderes.
Eben dies sei es auch, was er, der sich mit Klimafragen niemals wissenschaftlich beschäftigt habe, zur Diskussion beitragen könne. Denn die einzige Chance, die Folgen der Erderwärmung und diese selbst in den Griff zu bekommen, liege in Grundlagenforschung auf allen möglichen Gebieten.
Halbleiter-Forscher einst Exzentriker
Niemand habe ja auch vor mehr als sechzig Jahren ahnen können, dass Halbleiter die Welt verändern würden. Damals, er sei alt genug, es erlebt zu haben, galten die Leute, die sich damit befassten, als exzentrische Außenseiter, und viel Geld bekamen sie für ihre Studien auch nicht. Heute kann man sich die Zivilisation ohne Transistoren kaum mehr vorstellen. Darum sei es töricht, angesichts der Klimabedrohungen nicht mehr in die Forschung zu investieren.
Eines aber findet Antony Hewish noch wichtiger: Die Knappheit an Naturwissenschaftlern zu überwinden, die in Europa derzeit herrsche. So wie in Deutschland sei auch in Großbritannien die Zahl derjenigen jungen Leute, die sich für Physik oder Mathematik interessierten, rückläufig. Je wohlhabender eine Gesellschaft sei, desto weniger gelte es offenbar als cool, sich mit Forschung zu beschäftigen. Aber warum sei ein Beitrag zum Überleben des Planeten nicht cool? Eine der wichtigsten Schritte, die wir zur Lösung unserer ökologischen und Energieprobleme machen können, ist es, die naturwissenschaftliche Erziehung an unseren Schulen zu verbessern.
Antony Hewish erhielt den Nobelpreis für Physik im Jahr 1974.
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Text: kau / F.A.Z.
Bildmaterial: F.A.Z./Matthias Lüdecke
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