Von Marcus Theurer
03. April 2008 Die spannendste Neuigkeit von der Bayern LB war am Donnerstag nicht das schon erwartete horrende Ausmaß der Schäden durch Wertpapier-Fehlinvestitionen. Auch die Pläne für eine Bilanzbereinigung durch die Abwälzung von Risiken auf eine neue Gesellschaft waren schon vorab durchgesickert. Neu ist dagegen, dass die Staatsbank sich die dafür nötige 4,8 Milliarden Euro schwere Ausfallgarantie möglicherweise von privater Seite beschaffen wird.
Das wäre richtig und ein wesentlicher Unterschied zu den Plänen der West LB, die zuvor ebenfalls eine umfangreiche Bilanzbereinigung angekündigt hat. Doch in Düsseldorf werden dafür ausschließlich das Land und über ihre Sparkassen die Kommunen den Kopf hinhalten. Ordnungspolitisch ist das ein Trauerspiel: Die Landesbanken sollen die Suppe, die sie sich eingebrockt haben, selbst auslöffeln, ihre Garantien wenn irgend möglich am Markt beschaffen und nicht dem Steuerzahler Milliardenrisiken aufhalsen.
Bei der Bayern LB könnten am Ende private Investoren sogar als Gegenleistung für die Ausfallgarantie Miteigner werden. Das wäre ein Chance für die Bank auf eine bessere Zukunft, denn bei den heutigen staatlichen Eigentümern herrscht ein eklatanter Mangel an Sachverstand.
Text: F.A.Z.