Tata übernimmt Land Rover und Jaguar

Tatas teure Lehrstunde

Von Christoph Hein

26. März 2008 Das Vorzeigeunternehmen des Entwicklungslandes Indien erwirbt die automobilen Nobelmarken seiner einst stolzen Kolonialmacht. Auf dem Weg zum globalen Automobilhersteller verleibt sich die Tata Motors Jaguar und Land Rover ein. Und dies zu einem Preis, der einen Bruchteil dessen beträgt, was der Ford-Konzern einst für die beiden Marken zahlte.

Die Inder wussten Fords Krise, die schwache Finanzkraft der Konkurrenz und die starke eigene Rupie perfekt zu nutzen. Alles also sieht nach einem weiteren Erfolgskapitel der Inder aus, nach der Großübernahme des Stahlkochers Corus und dem Erschaffen des Kleinstwagens Nano. Doch ist der Erfolg tatsächlich beileibe nicht so sicher, wie es im Rausch der Übernahme erscheint: Jaguar und Land Rover sind ein Wanderpokal der Branche, den kaum einer haben wollte.

Im Tata-Stammland Indien bleiben die britischen Autos auf lange Sicht praktisch unverkäuflich. Auch passen sie nicht in das Portfolio aus Lastwagen und Billigmobilen, das Tata steuert. Es bleiben Markenrechte, Händlernetz und vor allem die Lerneffekte, die sich Tata von den Managern im Westen verspricht. Schulstunden freilich sind mit mehr als 2 Milliarden Dollar immer noch teuer bezahlt.

Text: F.A.Z.

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