Begrenzung der Managergehälter

Jean-Claude Junckers Schnapsidee

Von Werner Mussler

15. Mai 2008 Der dem christlichen Gewerkschafterherzen Jean-Claude Junckers entsprungene Gedanke ist ja nachvollziehbar: Wer aus unstrittigen ökonomischen Gründen Lohnzurückhaltung predigt, der darf aus moralischen Gründen zu manchen „exzessiven“ (Juncker) Managergehältern nicht schweigen.

Warum aber die Finanzminister des Euro-Raums ernsthaft glauben, die Begrenzung der Managergehälter zu einer europäischen Angelegenheit machen zu müssen, ist aus mindestens zwei Gründen rätselhaft.

Nicht Sache der Politik

Zum einen gilt all das, was schon für die nationale Diskussion gilt: Es ist nicht Sache der Politik, die Gehälter - gleichgültig, von wem - zu beeinflussen; wenn sie es trotzdem versucht, kommt sie nicht weit. Zum anderen ist die von der SPD entfachte deutsche Debatte schon absurd genug. Warum soll sich damit auch noch die EU beschäftigen?

Dass es dazu wirklich kommt, ist freilich nicht wahrscheinlich. Die Euro-Gruppe, der Juncker vorsteht, kann einen Beschluss gar nicht fassen, das müssten schon alle EU-Finanzminister (nach einem entsprechenden Vorschlag der EU-Kommission) tun. Es spricht also viel dafür, dass die Überlegungen der Euro-Minister schnell vergessen werden.



Text: F.A.Z.