18. Juni 2008 Die Autos mit dem Stern haben ihren Nimbus als Statussymbol nicht verloren. Doch die Konkurrenz in der Spitzenklasse wird immer härter, weil auch BMW, Audi und Toyota respektable Luxuskarossen anbieten. Und erst recht gilt am unteren Ende der Produktpalette, dass andere Hersteller fürs gleiche Geld keineswegs weniger bieten.
Es war daher schon lange klar, dass auch Mercedes einen Standort mit niedrigeren Kosten suchen muss, zumindest für die Kompaktklasse. Was jetzt beschlossen wurde, zeigt, dass der Stuttgarter Autobauer nicht nur nach Kostenaspekten geurteilt hat.
In Ungarn, wo Daimler jetzt 800 Millionen Euro investieren will, gibt es eine florierende Autoindustrie mit einer guten Zuliefererstruktur und vielen Fachkräften: Da wird man keine Abstriche an den Qualitätsansprüchen machen müssen.
Zugleich gibt es auch noch eine gute Nachricht für den Standort Deutschland. Mercedes investiert nämlich auch 600 Millionen Euro in das Werk im badischen Rastatt, in dem bisher schon A- und B-Klasse gebaut werden. Solche Investitionssummen dürfen getrost als handfestes Kompliment für die heimische Kompetenz betrachtet werden.
Text: F.A.Z.