Fusion der Genossen

Aufstand der Volksbanken

Von Hanno Mußler

25. Juni 2008 Die Volks- und Raiffeisenbanken sind nervös. Das ist kein Wunder. Die Bankenwelt ist in Bewegung. Kaum ein Tag vergeht ohne Meldungen über mögliche Zusammenschlüsse von privaten Banken oder Forderungen nach der Privatisierung von Landesbanken.

Die meisten der elf Spitzeninstitute der Sparkassen haben sich in der internationalen Kreditkrise als Schwachpunkt im deutschen Finanzsystem erwiesen. Dagegen ist in der genossenschaftlichen Bankengruppe seit dem Zusammenschluss zur DZ Bank im Jahr 2001 wenig passiert, außer einigen gescheiterten Fusionsversuchen zwischen den einzigen verbliebenen Zentralbanken, der DZ Bank und der WGZ-Bank.

Im harten Wettbewerb mit Sparkassen, Direktbanken und Auslandsbanken wollen sich die Volksbanken nun nicht länger zwei Zentralbanken leisten. Der Rauswurf von Verbandspräsident Pleister ist ein Aufstand der Basis, der Volksbanken. Er zeigt, dass die Angst der Volksbanken groß ist, in die operative Ertragslosigkeit abzugleiten, was im Sparkassenlager geschehen ist. Gelingt den Genossenschaftsbanken die Fusion von DZ und WGZ, wird noch offenkundiger, wie überdimensioniert die Landesbanken sind.



Text: F.A.Z.