30. Mai 2008 Mit René Obermann will sich derzeit kaum jemand fotografieren lassen. Die Deutsche Telekom steckt in dem tiefsten Sumpf der Spitzelaffäre, und kein anderer Telekommunikationsanbieter will auch nur in die Nähe dieser Krise geraten. Daher ist es schon reichlich unverfroren, wenn Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble anlässlich der Spitzelvorwürfe gegen den ehemaligen Staatskonzern mit den Wettbewerbern der Telekom über die Datensicherheit in ihren Unternehmen reden will. Entsprechend verständlich ist es, dass von den so Gefragten in diesem Moment eine klare Absage kommt.
Es gibt in Deutschland Regeln für den Datenschutz. Da diese Regeln von der Telekom offenbar in krimineller Manier verletzt worden sind, ermittelt jetzt die Staatsanwaltschaft. Das zeigt zunächst einmal, dass das System funktioniert. Auch eine von Schäuble vorgeschlagene Selbstverpflichtung würde keine zusätzliche Sicherheit bringen. Es glaubt doch niemand, dass eine solche Verpflichtung der hohen kriminellen Energie derer, die die Taten jetzt begangen haben etwas hätte entgegensetzen können.
Es muss mit allen über Datenschutz geredet werden, in diesem Moment aber ist die Telekom der Ansprechpartner.
Text: F.A.Z.
Bildmaterial: dpa