Bayern LB

Die ungeschickten Manöver des Erwin Huber

Von Marcus Theurer

14. Februar 2008 Für Erwin Huber, den in die Bundespolitik strebenden bayerischen Finanzminister und CSU-Chef, ist der Wirbel um die Bayern LB ein Fiasko. Der Niederbayer versucht als Finanz- und Wirtschaftspolitiker Profil zu gewinnen.

Doch der Dilettantismus, mit dem er sein Krisenmanagement bei der zweitgrößten deutschen Landesbank betrieben hat, lässt erschauern. Seit Monaten ist die Bank, die dem Freistaat zur Hälfte gehört, in den Schlagzeilen, weil sie beharrlich über die drohenden Belastungen aus der Kreditmarktkrise schwieg. Damit öffnete sie den Spekulationen Tür und Tor.

Huber ließ die Zügel schleifen

Für die Kommunikation ist der Vorstand verantwortlich, aber als Eigentümer hätte Huber im Verwaltungsrat der Bank dem Management schon lange Druck machen müssen, Farbe zu bekennen. Stattdessen ließ er die Zügel schleifen und heizte mit vagen Andeutungen die Befürchtungen noch weiter an - von den befremdlichen Kommunikationspannen in dieser Woche ganz zu schweigen.

Das Herumlavieren zeigt, dass dem CSU-Chef das Gespür für den Ernst der Lage und den Grad der Verunsicherung in der Bankenbranche abgeht. Für höhere Aufgaben in Berlin qualifiziert sich Huber so nicht.



Text: F.A.Z., 15.02.2008, Nr. 39 / Seite 13