Krümmel

Besser abschalten

Von Andreas Mihm

07. Juli 2009 Was hat der Energiekonzern Vattenfall nicht alles getan, um den erheblichen Vertrauensverlust wieder wettzumachen, den er vor zwei Jahren durch die Pannenserien in den Kernkraftwerken Krümmel und Brunsbüttel und dem folgenden Dilettantismus ausgelöst hatte. Chefs wurden austauscht, die Organisation umgebaut. Selbst auf den Bau neuer Kohlekraftwerke verzichtet man kniefällig, um lokale Politiker und Kunden nicht weiter zu verprellen. Verbraucher hatten zu Zehntausenden gekündigt.

Und nun das. Zwei Jahre hat man modernisiert, aber Vattenfall setzt seine Pannenserie fort, als wäre nichts geschehen. Der politische Kollateralschaden für die Branche und die sie – aus guten Gründen des Klimaschutzes und der Wirtschaftlichkeit – unterstützenden Parteien ist enorm. Die wirtschaftliche Schaden für Vattenfall geht in die Millionen. Sicherheitstechnisch ist zwar wenig geschehen. Darauf allein kommt es aber nicht an. Der Zwischenfall wird, von interessierter Seite ausgeschlachtet, das gewonnene Vertrauen in die Branche wieder zerstören. Wenn Vattenfall den sicheren Betrieb von Krümmel nicht garantieren kann, sollte es das 33 Jahre alte Atomkraftwerk besser abschalten.

Text: F.A.Z.

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