Krankenkassen

Das Experiment Gesundheitsfonds

Die Einführung des Gesundheitsfonds ist das wohl größte sozialpolitische Experiment der jüngeren bundesdeutschen Geschichte. Im Januar soll es so weit sein. Doch etliche Einzelheiten sind noch nicht geklärt. Ein Experiment im Blindflug. Von Andreas Mihm

Lesermeinungen zum Beitrag

12. August 2008 12:01

@ndoerre

A S (unborn666)

Ja !!!! endlich mal Jemand der denkt.

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12. August 2008 11:19

@Wolfgang Pohler

Robert Klemme (rklemme)

Zum einen glaube ich nicht, dass in Frankreich Menschen mit wenig Geld nicht zum Arzt gehen - sicherlich gibt es auch Regelungen für soziale Härten. Der Effekt, die Rechnung erst einmal selber bezahlen zu müssen und damit auch die Summen zu sehen, ist sicherlich gewollt und gut. Zum anderen bin ich aber gar nicht "begeistert" vom französischen System. Der Punkt, um den es mir geht ist dieser: offensichtlich hat unsere Politik eine Präferenz für ein öffentliches Gesundheitssystem, in dem alle im Wesentlichen die gleichen Leistungen bekommen und auch die Beiträge angeglichen werden. Man schafft es aber nicht, das konsequent und gut umzusetzen - denn dann würde eine Lösung wie in Frankreich oder anderen Ländern dabei herauskommen - mit lediglich einer öffentlichen Kasse. Ob das wirklich das beste Gesundheitssystem aller Zeiten wäre und was dann mit den privaten Krankenversicherungen passiert, sind für mich noch offene Fragen.

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11. August 2008 19:13

Ohne staatliche Umverteilung: Private Krankenkassen für Alle

norbert doerre (ndoerre)

1. Volkseigene Krankenkassen-Funktionärsbetriebe werden ersatzlos gestrichen. 2. Die Pflicht zur privaten Krankenversicherung wird eingeführt, und zwar inklusive aller notwendigen Mindestleistungen. 3. Der gesamte Bruttolohn wird ausgezahlt, also einschließlich aller Arbeitgeberanteile, ohne zusätzliche Progressionssteuer. 4. Auch Sozialhilfeempfänger werden privat grundversichert, können ihre Krankenkasse frei wählen und erhalten den jeweils fehlenden Differenzbetrag zur Versicherungs-Grundversorgung aus Steuergeldern zur Entlastung der Arbeitskosten. 5. Alle Staatsdiener werden wie Sozialhilfeempfänger behandelt und erhalten nur eine steuerfinanzierte Grundversorgung. 6. Wer eine üppigere Leistung will, kann mehr vereinbaren, muß dann aber auch mehr bezahlen. Die Versicherungen werden sich im Wettbewerb um die Mitglieder reißen, um an deren Geld zu kommen. Die Versicherten, und nicht Politiker, sind dann endlich die Herr(inn)en des Geschehens, indem sie die adäquate, preisgünstigste Kasse mit jederzeitiger Umstiegsmöglichkeit wählen können.

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11. August 2008 18:14

Wie immer

Michael Arndt (Mikel1962)

wird schon mal das Fell des Bären (Gesundheitsfonds) verteilt, bevor er erlegt ist. Blöd nur, wie schon andere Kommentatoren bemerkt haben, dass nicht die Frage ist, ob, sondern wann das Experiment unter immensen Kosten vor die Wand gefahren ist. Und wieder ist es dann keiner gewesen...

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11. August 2008 17:29

@Robert Klemme

Wolfgang Pohler (WPohler)

Wenn Sie so vom französischen System begeistert sind, sollten Sie aber auch nicht verschweigen, dass dort die Leistungen psychologisch geschickter "im Rahmen gehalten" werden. Dort muss der Patient die Rechnung zunächst selbst bezahlen und erhält später eine Erstettung durch die Kasse. Wer kein Geld hat, die Rechnung vorzulegen, geht dann erst garnicht zum Arzt...

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11. August 2008 16:55

Unter diesen Bedingungen arbeiten Ärzte seit Jahren

Jonas Müller-Hübenthal (Dr_Dolittle)

Planungssicherheit? Das einzige was seit Jahren klar ist, ist daß das Ho(h)norar pro Leistung jedes Jahr drastisch abnimmt. Um wieviel? ist erst am Ende des nächsten Folgequartals klar. Und natürlich daß die Anforderungen an Bürokratie und technische Investitionen jedesmal ansteigen. Warum gibt eine keine Konvergenzphase, in der die Kassen mal eine einfache Bilanz vorlegen müssen? Weil dann Fehlbeträge wie die schon mehrfach diskutierten 10 Milliarden Euro fehlende Rückstellungen der AOK für Pensionszahlungen tatsächlich auffallen würden bevor sie in dem Gesundheitsfond "solidarisch" mit allem verrührt werden können. Ich bin für Direktabrechnung - und für Transparenz!

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11. August 2008 16:40

Beiseite wischen !

Markus Teuber (arathorn)

Vielleict sollte man gleich die ganze Reform beiseite wischen.So,wie sich der Gesundheitsfonds jetzt darstellt,wird damit nichts besser,aber alles und für jeden schlechter . Aber Hauptsache,die Frau Ministerien kann überhaupt etwas vorweisen.Ansonsten müßte sie sich ja vorhalten lassen.8 lange Jahre herumgeplämpert zu haben!

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11. August 2008 16:36

Eine Kasse reicht aus?

Harry Hain (zx10)

Eine Gewerkschaft reicht (z. B. freie Einheitsgewerkschaft) völlig aus. Spart man viel Geld für überflüssige Funktionäre. Wer das (Einheitskasse) will soll sich auch mit von der Orbigkeit festgelegten Grundleistungen zufrieden geben. Das Murren hören wir doch schon jetzt. Dies und jenes wird nicht bezahlt. Mit einer "Freien Einheitskasse" wird es nicht besser. Und wieso sollte man so Personal sparen? Eher kriecht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als das man hier "wohlverdiente" Kassenmitarbeiter freisetzen würde. Nein, gespart wird seitens der öffentlichen Hand nicht. Stattdessen wohlfeile Worte über " notwendiger freiheitlicher Soldidarität in sozialer Brüderlichkeit" o. ä. Mumpitz. Diese sozial-ideologischen Träumereien bezahlt der Wähler mit Steuern, Abgaben, Budgets und Eigenanteile. Besser wird gar nichts, auch in den nächsten 10 Jahren nicht. Das Ganze dümpelt vor sich hin - nach unten!

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11. August 2008 14:18

Eine der schlechtesten Gesundheitsreformen seit langem

Robert Klemme (rklemme)

Es gibt einen Grundwiderspruch in den Gesundheitsreformen der letzten Jahre, der beim Gesundheitsfonds besonders schön zutage tritt: Einerseits behauptet man, den Wettbewerb zwischen den Kassen fördern zu wollen, damit diese zum Sparen angehalten werden. Andererseits werden die Leistungen festgeschrieben und es wird gleichzeitig Geld zwischen den Kassen verteilt, damit die Beitragsunterschiede zwischen Kassen mit guten und schlechten Risiken nicht zu groß werden. Das wäre einerseits unsozial und würde außerdem noch zusätzliche Kosten verursachen, weil umso mehr Menschen jedes Jahr ihre Kasse wechseln werden, je größer die Unterschiede bei den Beiträgen sind. Ehrlicher, und womöglich auch günstiger, wäre es, die ganzen gesetzlichen Krankenkassen durch eine einzige zu ersetzen: die Leistungen stehen sowieso fest, in etlichen Städten käme man mit weniger Verwaltungspersonal aus und Werbung wird dann auch überflüssig. Dass so etwas funktioniert, macht uns Frankreich vor. Dass eine Lösung, die sozialer und billiger ist, hierzulande keine Chance hat, zeigt nur, wie stark Ideologie und Lobbies sind. Schade eigentlich.

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