Automobile

BMW unter Druck

Von Joachim Herr

21. Dezember 2007 BMW-Vorstandschef Norbert Reithofer steht unter Druck. Die Konkurrenz fährt mit ihren Renditen dem Münchner Autohersteller davon. Dennoch vereinbarte Reithofer zu Beginn dieses Monats – zähneknirschend – mit dem Betriebsrat, die Zeitarbeitnehmer künftig nach den Tarifen der Metall- und Elektroindustrie zu bezahlen.

Der BMW-Großaktionär ließ ihm keine andere Wahl. Die Vergangenheit in Nazi-Deutschland hat die Familie Quandt in diesem Herbst eingeholt. Schlagzeilen von BMW als Ausbeuter von Leiharbeitern wollten die Quandts nicht länger hinnehmen.

Wirklich so schlank?

Die Reaktion des Vorstands auf die nun teureren Arbeitskräfte ließ aber nicht lange auf sich warten. Vor allem Stellen von Zeitarbeitnehmern streicht BMW im nächsten Jahr. Reithofer nutzt sein Strategie- und Effizienzprogramm aber auch, um sich von Mitarbeitern der Stammbelegschaft zu trennen.

Seit vielen Jahren beteuert der Vorstand, besonders in der Produktion so schlank wie kaum ein Konkurrent zu agieren und ein verlässlicher Arbeitgeber zu sein. Der Abbau von einem Zehntel der Belegschaft in Deutschland enthüllt aber, dass auch in München die Bäume nicht endlos in den Himmel wachsen.

Text: F.A.Z.

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