Ihre Prämisse, daß Märkte stets 'Gerechtigkeit' schaffen oder das die Abwesenheit von Staat 'Freiheit' ermöglicht ist leicht widerlegbar.
Stellen sie sich mal die einfachste aller Gesellschaften vor, die Insel von Robinson Crusoe.
Dort leben zwei Wirtschaftssubjekte Robinson und Freitag. Nehmen wir mal an dort herrscht ein 'freier' Markt.
Wie sieht der aus ? Ganz einfach. Robinson betrachtet die gesamte Insel als sein Eigentum und Freitag darf als sein Angestellter für Robinson im Austausch für Lebensmittel arbeiten.
Führt dieser 'Markt' dazu, daß Freitag 'wohlhabend' wird ?
Wohl kaum, denn Freitag, will er nicht verhungern, wird jede Bedingung von Robinson akzeptieren müssen, also für das nackte Überlegen schuften.
Welche Möglichkeit hätte Freitag sonst noch ? Er könnte sich seinen Teil mit Gewalt holen was zu der zweiten These führt, ob die Abwesenheit von Staat zu Freiheit führen kann. Welche Art von Freiheit kann der Sklave Freitag dem (durch Waffengewalt überlegenen) Robinson abringen, wenn es auf der Insel keine staatliche Autorität gibt ?
Nur der demokratische Staat kann das bisschen Freiheit schaffen, welche unter den Bedingungen arbeitsteiliger Produktionsprozesse überhaupt möglich ist.
Alle entwickelten Gesellschaften der Erde produzieren ihren Wohlstand in einem immer stärker arbeitsteiligen Produktionsprozess in dem der Einzelne notwendigerweise immer stärker abhängig wird von seinen Mitmenschen. Diese Abhängigkeit bedeutet großen Wohlstand der aber auch um den Preis eines Verlustes an 'Freiheit' erkauft wird.
Robinson Crusoe war wirklich "frei" auf seiner Insel aber eben auch sehr arm.
Wir benötigen den demokratischen Staat um dieses notwendige Maaß an "Unfreiheit" gerecht zu verteilen und zu ordnen, denn die Freiheit des einen ist in einer begrenzten Welt immer die besondere Unfreiheit des anderen. In der Anarchie ist keiner frei, denn jeder lebt in der Unfreiheit jederzeit Opfer von Willkür und Gewalt werden zu können.
Wohin also wollen sie auswandern ? In welchem zivilisierten Staat ist der Staatsanteil tendentiell nicht gewachsen ?
Die Staatsanteile aller zivilisierten Staaten sind in den letzten 100 Jahren stark gewachsen, was maßgeblich damit zu tun hat, daß unsere Produktionsprozesse arbeitsteiliger und damit 'unfreier' organisiert sind.
Nur in den ganz schwach entwickelten und von Bürgerkriegen gebeutelten Staaten Afrikas sehen wir heute noch Staatsanteile unter 20% oder Steuerquoten unter 10%
Sehr geehrter Herr Rabe,
ich beziehe mich auf einen Kommentar ihrer Person zu einem Kommentar meinerseits; die Leser der FAZ können dies leicht nachvollziehen.
Zunächst einmal ziehe ich ihre Prämissen in Zweifel, die sie ohnehin nicht beweisen. Ihr Hinweis auf die arbeitsteilige Welt nun bleibt aber wertvoll; nur verwechseln sie Verbundenheit mit Unfreiheit. Es kommt gerade darauf an, wie sich Menschen in eine arbeitsteiligen Welt fügen, nicht warum. Das Warum mögen Sachzwänge diktieren, die auch (politisch) künstlich herbeigeführt werden können, daß WIE aber bezeugt eindeutig, ob Markt oder Befehl herrschen. Ihr Verweis auf den Staat geht da völlig fehl. Den braucht es gar nicht - und daß es ihn gibt, ist kein Beweis von Notwendigkeit - und schon gar nicht seiner Geschichtlichkeit oder gar Zukunftsträchtigkeit. Es gab schon früher keine Staaten, aber Menschen und Geselligkeit. Und Steuern sichern auch keine gerechte Verteilung, wie kommen Sie denn darauf? Das, genau das, schafft nur der Markt und seine freien Teilnehmer. Darauf kommt es an: Bei der Produktion auf bestmögliche Antizipation, auf dem Markt auf bestmögliche Partizipation. Politik stört da nur.
Das braucht kein Mensch. Menschen brauchen Freiheit. Und Schaffen.
Sie scheinen sich damit schon abgefunden zu haben, dass dieses sozialistische System nur mit einem erneuten Mauerbau langfristig aufrecht zu erhalten sein wird.
Jeder in Deutschland, der noch Laufen kann, sollte ins Ausland ziehen, wenn er seine laut GG Art. 2 definierte Freiheit und sein Vermögen vor staatlicher Enteignung bewahren möchte.
Die Geschichte hat doch den deutschen Weg mehrfach aufgezeigt: Erst macht man eine Minderheit zum Sündenbock. Dann folgt ein Gesetz. Dann kommt die Ausgrenzung. Dann kommt die Willkür.
Gnade dem, der zurück bleibt!
Grüße nach Deutschland!
Terrorgefahr, soziale Gerechtigkeit, etc. sind heute die vorgeschobenen propagandistischen Themen zur Beruhigung des Volkes.
Die Steuerhinterzieher auf der Einnahmenseite des Staates werden inzwischen wie früher im braunen und roten Sozialismus die politisch Andersdenkenden verfolgt. Selbst Straftaten des Staates werden ohne Rechtsgrundlage wieder gerechtfertigt. Geschickt zielt die Propaganda dabei auf den Sozial- und Geldneid des deutschen Volkes. Gleichzeitig gibt es für die Steuerhinterzieher auf der Ausgabenseite (erinnert sei nur an die verschleuderten Milliarden für die Häuslesbauer in den USA während man in Deutschland die Eigenheimpauschale gestrichen hat) des Staates überhaupt kein Unrechtsbewußtsein oder irgendwelche Strafnormen. Dieses soll gerecht sein? Dieses soll ein sozialer Staat sein?
Es fragt sich nur, wie hoch muß der Leidensdruck dieses Volkes wieder werden, bis es sich erneut zum Sturz der gegenwärtig herrschenden politischen Kaste durchringt, wie zuletzt vor 18 Jahren. Noch äußert sich der Unmut nur in der Wahlenthaltung.
Sie sprechen von einer Freiheit die es auf diesem Planeten mit bald 10 Milliarden Menschen nicht geben kann und die es in der Geschichte der zivilisierten Menschheit auch noch nie gegeben hat.
Menschen sind schon deswegen nicht (in ihrem Sinne) 'frei' weil alle unsere Produktionsprozesse in höchstem Maaße arbeitsteilig ablaufen. Schauen sie mal an sich herunter und betrachten sie ihre Kleidung oder überlegen Sie sich wie ihre letzte Mahlzeit aussah. Daran waren zehntausende wenn nicht gar Millionen Menschen in einem höchst arbeitsteiligen Prozess beteiligt.
Ohne all diese Menschen würden sie erfrieren, verhungern, sie würden im Dunkeln sitzen und einen Beitrag im Internet können sie erst recht nicht verfassen. Sie sind in einer Zivilisation nie 'frei' !
Steuern in einem demokratischen Staat dienen dazu, daß solche arbeitsteiligen Produktionsprozesse ungestört verlaufen und daß ihr Produkt gewaltlos verteilt wird. Dazu ist es notwendig, daß ein Konsenz über die Verteilung hergestellt wird, denn ohne Konsenz wird dieser Prozess kaum funktionieren, erst recht nicht gewaltlos.
Die "Freiheit" vom Staat ist in jeder Zivilisation eine sehr gefährliche Illussion die nur in die Gewalttätigkeiten und Armut einer Anarchie führt.
Man muß Herrn Hank danken dieses Thema wieder aufgegriffen zu haben. Die hier geäußerten Meinungen sind nicht nur umfangreich (ein Thema das bewegt!) sondern sehr vielschichtig, leider aber auch teilweise unverständlich. Denn Steuern und Steuerhinterziehung sind ein Kavaliersdelikt! Schon alleine dadurch, daß ein Bundesparteivorsitzender für Steuerhinterziehung dieselbe Strafe(15 Jahre Gefängnis) wie für Mörder fordert. Ist der Mensch schon wieder sowenig wert in diesem Staat? Was läuft in diesem Staate schon wieder falsch? Herrscht da nicht schon in bestimmten Teilbereichen die Anarchie? Allerdings produziert von unfähigen Politiker und nicht sich von rechtswidrig verhaltenden Bürgern. Diese Gesetzgeber, zunehmend vom Verfassungsgericht der Unfähigkeit bloßgestellt, fordern durch ihr Handeln zum zivilen Ungehorsam heraus! Und nur dies ist die Steuerhinterziehung. Aber keiner möge den ersten Stein werfen: die Schwarzarbeit ist ebenfalls Steuerhinterziehung, nur eben nicht die der Besserverdienenden!
Vom Volk abgewählt, dafür von den Parteigenossen mit noch mächtigeren Ämtern belohnt. Es spricht jeder Demokratie Hohn. Dies gilt nicht nur für Steinbrück. Tatsächlich ist es der Wiedereinstieg in die sozialistische Diktatur.
Die Moralinkonzentration der Kommentare ist enorm hoch!
Den Provokationen des Artikels ist dies wohl geschuldet.
Generell kann man sagen, dass "Moral" gerne von "sozial" betonten Menschen als "Keule" als "Waffe"gebraucht wird. Derjenige, der zuerst eine Keule in die Hand nimmt, hat den Vorteil, UNABHÄNGIG davon, ob er selber die moralischen Ansprüche, die er an andere stellt, auch erfüllt. Ich beobachte, dass in diesem Sozialstaat, der ja angeblich noch nicht sozial genug ist, speziell durch ausgesprochen DUMME "staatliche Regelungen", die allesammt das dünne Mäntelchen "sozial" tragen SEHR viel mehr UN-Gerechtigkeit erst GESCHAFFEN wird. "Dumme Regelungen" die allesamt nicht nur grundlegendste menschliche Eigenschaften und elementare wirtschaftliche Zusammenhänge ignorieren und letztlich dem Gedanken der ECHTEN Hilfe in unverschuldeten Notlagen zutiefst widersprechen, ihn PERVERTIREN. Hier wird den Menschen staatlicherseits regelrecht "SCHUND" verkauft in hochglänzendem sozialistischem Geschenkpapier. Anders ausgedrückt: Die dümmsten Lämmer wählen ihren Metzger selbst. Rette sich wer kann. Die "Nicht-Lämmer" haben längst keine Repräsentanten mehr und gehören inzwischen zur schützenswerten Minderheit.
Und es wird auch gegangen – massenhaft, und nicht von den verachtenswerten Superreichen und Managern, sondern von Leuten, die vom nächsten Euro mehr, den sie sich erarbeitet haben, mehr für sich behalten wollen und das dann auch investieren. (Welche Partei thematisiert das mal????) Ist das Geiz, Habgier oder noch frevelhafter, wie manche meinen, oder nicht eher Ausdruck eines Gerechtigkeitsempfindens, das vor einem guten Monat von einem Moraltheologen in der FAZ angesprochen und als durchaus legitim angesehen wurde?
Dieser „Brain Drain“ ist ein schmerzhafter Verlust an Leistungsfähigkeit, den alle Steuerzahler via Studium und Ausbildungssystemen teuer finanziert haben. Der Schaden ist doppelt: der deutschen Volkswirtschaft gehen diese engagierten Bürger verloren, andere Volkswirtschaften werden gefördert. Ganz zu schweigen von der Frage, warum es dazu kommen muß, Menschen in unserem Land Perspektiven zu verbauen.
Zum Austausch importieren wir weiter fleißig Leistungsempfänger und bilden uns ein, etwas für eine pluralistuische Gesellschaft zu tun, während die Gettobildung aus deren Herkunftsländern (Erdogan) noch weiter angefacht wird. Wer bleibt dann als Steuerzahler? Irgendwann nur noch „DDR“ – der doofe Rest...
Ich habe bereits vor einem Monat die Angelegenheit in dieser Richtung kommentiert und war sicherlich nicht alleine. Das ist ermutigend. Die sog. Harmonisierung der Steuern in Europa wäre das staatliche Kartell der vermeintlich legalisierten Raubritter. Alle, ob reich oder arm, können Staaten wie Liechtenstein, der Schweiz, der Slovakei, dem Baltikum etc nur dankbar sein, daß sie die staatliche betriebene, faktisch entschädigungslose Enteigung wenigstens noch einigermaßen in Schach halten. Oder glaubt irgendjemand gesunden Verstandes daran, daß Konsorten wie Merkel oder Steinbrück, von den Stalinisten garnicht zu sprechen, mit dem Wort "Harmonisierung" nicht das Wort "Erhöhung" verbinden? Wo Unterrichtsausfälle oder der Verfall öffentlicher Infrastruktur verursacht wird durch die Alimentierung in Deutschland lebender islamischer Haßprediger und deutscher Faulenzer, sinnlose Agrarsubventionierung, deren wirtschaftliche Schäden z.B. in Afrika durch weitere Entwicklungshilfe wieder behoben werden muß, oder die niemals geahndete Verschwendung zitiert im jährlichen Bericht des Bundesrechnungshofes, dort ist Widerstand gerechtfertigt und nötig. Ich bin schon lange nicht mehr Sklave der deutschen Steuer- und Sozialabgabendiktatur.
Die Idee im sozialistischen Deutschland zu leben, die Attacken des Staates auf Tuechtige und Leistungstraeger mit einem wissenden Schmunzeln hinzunehmen, denn was niemand weiss... ist wohl zu Ende. Ich gehe davon aus, dass der Druck der grossen sozialistischen EG Laender D,F,I die letzten finanziellen Reserven dem Sozialstaat zuzufuehren weiter steigen wird. Gleichzeitig sind die Alpenlaender keineswegs so unbeugsam wie dies wohl in derem eigenem Interresse geboten waere.
Deshalb gehe ich davon aus das das System des Schatzes in den Bergen in den kommenden Jahren seinem Ende zugeht.
Besser ist es konsequent zu handeln und den eigenen Wohnsitz in das kapitalistische Ausland zu verlegen. Wenn man dies mit einer positiven Einstellung tut so kann man viel mehr gewinnen als man meint.
Vandale
Einkommen und Vermögen mögen nicht zwangsläufig mit gesellschaftlicher Leistung einhergehen. Eine vollständige moralische Rechtfertigung für die Besteuerung gibt es trotzdem nicht. Der einzige Grund für die Steuerpflicht ist nämlich, dass jemand der hat, auch zahlen muss. Wo ist da die Moral? Es gibt keine Entsprechung von Leistung und Gegenleistung des Staats und der Bürger. Wer eine hohe Zahl auf dem Konto hat zahlt mehr, ohne dass sich die Gegenleistung des Staates erhöht. Sicherheit, Schutz, Straßen genießen alle gleichermaßen. Auch die Annahme, der Staat habe dem Bürger die Ausbildung ermöglicht oder ermögliche den "Reichen" die Geschäftsmöglichkeit geht fehl. Vielleicht hat der Bürger seine Ausbildung in Harvard genossen oder in Spanien im Lotto gewonnen und das Geld bei einer spanischen Bank deponiert. Dann muss der Bürger für Zinseinkünfte zahlen. Das hat mit einer Gegenleistung der BRD aber nichts zu tun. Der einzige gesetzliche Grund für die Steuerpflicht ist, dass ein Bürger die deutsche Luft genießen darf. Das ist die ironisch pointiert ausgedrückt einzige besondere Leistung der BRD und Grundlage für die Steuerpflicht. Das ist nicht moralisch und nicht gerecht, aber sozial.
als Leser mit Meinung hat man sich aufs Thema zu beschränken. Doch wenn der Artikel selbst zum Thema wird, ist Zivilcourage gefragt. Alle Falschheiten und Steigerungen, die eine gute Stammtischrede oder Satire auszeichnen sind hier im Überfluss vereint. Wärend andernorts der Rausch nach einem weiteren Bier schnell verfliegt, bleibt hier der Eindruck: Dem Mann ist es Ernst.
Es wird hier das Gewaltmonopol des Staates infrage gestellt. Letzlich ist das eine Aufforderung zum Bürgerkrieg. Jeder ordinäre Bankraub kann damit als "Selbstschutz" uminterpretiert und legitimiert werden. Wer glaubt, zu wenig zu verdienen, wer glaubt, es werde ihm etwas vorenthalten, der holt es sich dann bei den Besserverdienern. Wenn sich Herr X sein Recht selbst interpretiert, dann wird es Herr Y auf seine eigene Weise ebenfalls tun. Freuen wir uns auf das Ende des Rechtsstaates!
überall ist schon ein Gestz da, um Dinge zu verkomplizieren und Verwaltungen, Ämter und Bevormundung zu erhöhen. Das kann nicht Sinn eines Staates sein (wie ich ihn mir vorstelle). Zu einer Bundestagswahl gab es mal den Christlich-demokartischen Slogan: "Leistung muss sich wieder lohnen." Leider merkt man (als unterstützender des kränkelnden Systems Deutschland) davon immer weniger.
Insofern habe ich auch ein gewisses Maß an Verständnis, wenn sich Menschen den Deutschen Gesetzen entziehen. Wofür ich gar kein Verständnis habe ist: Die Heuchelei der Politiker, die es nicht verstehen können, daß Ihre "Elite" in steuerlich interessantere Länder abwandern, die zudem eine höhere Eigenverantwortung des Einzelnen ermöglichen.
