Plädiert für eine “Krankenversicherung für alle“: Hillary Clinton

Amerika

Wahlkampf mit der Gesundheit

So früh wie diesmal hat der Kampf um die amerikanische Präsidentschaft noch nie begonnen. Seit Monaten schon bringen sich die Kandidaten in Stellung. Die Gesundheitspolitik wird eines der entscheidenden innenpolitischen Themen sein bei der Wahl. Eine Analyse von Claus Tigges.

Lesermeinungen zum Beitrag

04. November 2007 15:00

Feudalismusdebatte

Harry LeRoy (Cimon)

Meine Güte, da werden wieder einmal Klagen gegen die USA geführt: Deren Ämter seien erblich, also dass George W. Bush seit seiner Geburt für das höchste Staatsamt vorgesehen gewesen wäre und ähnliches; indes dünkte den Griechen die Wahl als aristokratisch, da hier die angesehenen und wohlhabenden Kandidaten bevorzugt seien und eine Ämtervergabe nach dem Los als wahrhaft demokratisch. Allerdings sind die aristokratischen Elemente im amerikanischen Staatswesen noch unterentwickelt, man denke an die Spendensammlungen, ein zweites Rom ist Amerika also nicht: "Indem aber der einzelne nichts sein wollte noch sein konnte als ein Glied der Gemeinde, ward der Ruhm und die Macht der Gemeinde auch von jedem einzelnen Bürger als persönlicher Besitz empfunden und ging zugleich mit dem Namen und dern Hof auf die Nachfahren über; und wie also ein Geschlecht nach dem anderen in die Gruft gelegt. ward und jedes folgende zu dem alten Ehrenbestande neuen Erwerb häufte, schwoll das Gesamtgefühl der edlen römischen Familien zu jenem gewaltigen Bürgerstolz an, dessengleichen die Erde wohl nicht wieder gesehen hat und dessen so fremd- wie großartige Spuren, wo wir ihnen begegnen, uns gleichsam einer anderen Welt anzugehören scheinen." (Theodor Mommsen)

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04. November 2007 14:45

Wo bleibt die Wirtschaftskompetenz?

Jörg Schiller (pncy1880)

Nachdem ich die Analyse bzw. die Meinung von Claus Tigges gelesen habe, bin ich einfach nur sprachlos.

Eigentlich alle wettbewerblich organisierten Gesundheitsmärkte kämpfen mit dem Problem hoher Kosten. Warum ist das so? Gibt es überall zu wenig Wettbewerb?

Das zentrale Problem im Gesundheitsbereichsbereich ist die Interaktion von Versicherungsschutz und Gesundheitsmärkten. (Gesundheits-)Märkte funktionieren u.a. dann sehr gut, wenn alle Beteiligten gleich gut informiert sind und jeder die Konsequenzen seines Handelns vollständig selbst trägt. Zentrales Problem ist hier, dass Nachfrager versichert sind und der Preis einer Gesunheitsleistung nicht mehr so wichtig ist bzw. zum Teil irrelevant ist.

Ich empfehle dem Autor einen Fachaufsatz von Amy Finkelstein zur Einführung von Medicare in den USA: The Aggregate Effects of Health Insurance: Evidence from the Introduction of Medicare, Quaterly Journal of Economics, 2007.

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03. November 2007 22:08

Was bedeutet Wettbewerb im Gesundheitssystem?

Gregor Anselmann (starald)

Die Kosten des Gesundheitssystem sind nirgendwo so hoch wie in den USA, der Nutzen in kaum einem anderen OECD Land so niedrig.
Dass selbst das schlechteste Beispiel für Wettbewerb im Gesundheitssystem Herrn Tigges nicht davon abhält, "mehr Wettbewerb" zu fordern, zeigt, wie ungetrübt von jeglicher Empirie die Analyse des Herrn ist.

Wettbewerb bedeutet, dass Anbieter Preis und Angebot so gestalten, dass sie ihren Gewinn maximieren, und Kunden jenes Angebot wählen, dass ihren Nutzen bei einem angemessenen Preis maximiert.

Dummerweise kann kein Patient einschätzen, welche Therapie ihm am besten hilft, oder ob eine ungleich billigere Behandlung den gleichen Nutzen brächte. Wollte ein Arzt seinen Gewinn maximieren, müsste er möglichst teure und langwierige Therapien anwenden. Gänzlich gesund werden oder -bleiben dürfte der Patient keinesfalls, generierte er so doch keinerlei Einnahmen.






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03. November 2007 21:43

usa feudalistisch...?!

Mehmet Mantikli (logisch74)

seit ende 80'ger jahren wird die usa von 2 familienvertretern regiert.! im "mächtigsten land" der erde für dem "mächtigsten posten" sind 2 familien zuständig oder wie soll man das verstehen.?!! bush-clinton-bush und noch mal clinton ?! sind diese leute etwa nicht unabhängig und haben das gleiche projekt (plan) zu leiten.?! der eine auf die art des guten polizisten (clinton's) und der andere auf die art von skrupellosen bösen polizisten (bush's).?! ist das ein armutszeugniss oder einfach feudalistisch.?! oder eine show.!? tatsache ist das obama die us-soldaten zurückholen will und gegen den iran keinen krieg führen wird. soll es dem vernünftigen politiker auf dem weg zum "mächtigsten posten der welt" einen streich durch die rechnung gemacht werden,damit man von plan nicht weg kommt.?! denn die clinton's haben die besten connection im land, die den weg für den "mächtigsten posten" inne haben.! nur deshalb ist sie die aussichtsreichte von den demokraten, nicht mehr und nicht weniger.!!! die aussenpolitik der usa wird sich nicht verändern, nur der versuch verträglicher zu machen und fals es gelingen sollte,durch show und charm zu versüssen.!! ich hoffe obama gelingt das unmögliche und er wird der zukünftige präsident der usa.!!!!

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03. November 2007 20:19

Wahlkampf und Krankenwesen

Martin Bergmann (mbergman71)

Ja, wir haben zwei Parteien und das Genie des Amerikanischen Systems ist eben das beide Parteien nicht zu fern von der Mitte schwanken duerfen oder koennen wenn sie eine Wahl gewinnen wollen. Eben darum ist es jetzt Zeit dass wir endlich ein Versicherungswesen fuer alle bekommen. Die welche sich nicht versichern weil sie selbst das Risiko aufnehmen wollen, koennen sich gewoenlich das garnicht leisten und die ganze Gesellschaft muss gewoenlich ihre Kosten bezahlen. Darum muessen wir gesetzlich festlegen dass jeder versichert sein muss. M. Bergmann M.D.

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03. November 2007 20:14

Der Sozialstaat hat sich in die neue Welt eingeschifft

Harry LeRoy (Cimon)

Knapp 500 Jahre nach Kolumbus macht sich nun ein weiterer Entdecker auf den Weg nach Amerika: Der Sozialstaat europäischer Prägung; Hillary Clinton und ihre Rivalen täten gut daran, das völlig marode und unkontrollierte Gesundheitssystem auf ähnliche Weise zu ordnen wie dies in Europa geschieht. Allerdings ohne dabei die Fehler der alten Welt zu übernehmen, aber an einem radikalen Neuanfang führt kein Weg vorbei. Ansonsten werden die sozialen Zerrüttungen in Amerika noch weiter zunehmen und noch nicht einmal ein Land wie Amerika verträgt dauerhaft einen derart unumschränkten Wettbewerb, selbst in den notwendigsten und lebenswichtigsten Dingen wie Bildung, Gesundheit oder Trinkwasserversorgung. Gerade in Europa sollte so mancher Politiker seine Privatisierungsgelüste in diesen Bereichen überdenken.

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03. November 2007 19:59

Reise nach Jerusalem mit nur einem Stuhl

Sascha-Boris Schlender (Stadtresidenz)

Haben Sie schon einmal Reise nach jerusalem gespielt? Mit 24 Personen? Und nur einem Stuhl? So erklärte ich in einem gespräch, wie man heute Präsident wird. Als Mentaltrainer für einige Mitglieder des Wahlkampfstabes der US-Demokraten mag ich auszugsweise schildern, welche wenigen Grundsätze zu dem Boomverhalten der US-Wählerschaft beitragen. „Du musst nicht besser sein, wie irgend jemand sonst. Erstens: Du bist nicht irgend jemand. Zweitens: Du musst Dich nur besser verkaufen können und bessere Ergebnisse vorzuweisen haben. Diese Kette ließe sich unendlich fortführen.
Hinter allem steht lediglich, das die amerikanische Nation sich den Erhalt eines demokratischen Staatensystems wünscht, in welchem die Grundrechte "wieder" eingeführt und nicht weiter abgebaut werden.
Darum wird eines der wesentlichen Ziele nach einem etwaigen Wahlsieg der Kandidatin Clinton sein, an das paradische Imagegeflecht Kennedys anzuknüpfen - und dies funktioniert an erster Stelle durch eine grundlegende Reform der Verteidigungspolitik. D.h. der Begriff Verteidigungspolitik wird nicht länger missbraucht für getarnte Angriffs-Kriegspielereien.
Mit freundlichen Grüßen Sascha-Boris Schlender, Stadtresidenz

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03. November 2007 17:52

Das Problem ist nicht die Krankenversicherung an sich,

Rolf Joachim Siegen (rolfS2)

sondern der Zustand des amerikanischen Gesundheitswesens, seine Beschaffenheit (d. h. Kostspieligkeit und geringe Effizienz).

Der schlimmste Fall ist, in Amerika am Freitagabend aerztlicher Hilfe zu beduerfen, also ein Krankenhaus aufsuchen zu muessen. Die Bilder in der Notaufnahme werden mir unvergesslich bleiben - ebenso wie die Hoehe der anschliessenden Rechnung.

Nach Schilderungen in der 'New York Times' erlaubt nicht einmal ein Jahresgehalt zwischen 70.000 und 80.000 den Abschluss einer Krankenversicherung. Dies spricht Baende.

Allerdings: Amerikanische Aerzte koennen auch Erstaunliches leisten. Z. B. verschrieb mir Mitte der neunziger Jahre ein Krankenhaus- Arzt in einer Provinzstadt im Bundesstaat Oregon ein Entspannungsmittel nach einem Schleudertrauma. Das Praeparat wirkte sofort und durchgreifend. Ein deutscher Arzt verschrieb mir bei den gleichen Beschwerden kostspielige und zeitaufwendige Massagen.

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03. November 2007 15:17

Eines verstehe ich nicht - warum führen die US-Amerikaner einen Wahlkampf?

Bernfried Loosen (B.Loosen)

Es ist doch, bei objektiver Betrachtung, eher ein "Ein-Parteien-System".

Ein "Ein-Parteien-System" mit einem "republikanischen" und einem "demokratischen" Flügel.

Würde sich dort etwas was ändern, wenn die US-Amerikaner nicht wählen würden?

Vermutlich nichts Wesentliches - das scheint mir auch der Grund zu sein, weswegen viele US-amerikaner garnicht zu Wahl gehen.


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