10. Juni 2008 Die private Krankenversicherung tritt gerne geschlossen auf. Das Rezept ist aus dem Fußball bekannt. Wer kompakt steht und gut mauert, kassiert die wenigsten Tore. Doch spiegelt der öffentliche Auftritt den inneren Zustand der Branche nicht wider. Die 48 Mitglieder der privaten Krankenversicherung sind sich längst nicht grün.
Das wundert nicht, stehen sie doch im Wettbewerb um Kunden und Renditen. Börsennotierte Konzerne wie die Allianz müssen auf Letztere mehr achten als Versicherungsvereine auf Gegenseitigkeit. Der Wettbewerb wird sich mit der Gesundheitsreform intensivieren. Niemand weiß, wie die Privatversicherten auf den neuen Basistarif - eine Art gesetzliche Versicherung in der privaten - reagieren und wie sich das auf das Geschäft auswirkt.
Das schürt Nervosität. Und die Unsicherheit hört 2009 nicht auf. Demographie und Kostensteigerungen machen weitere Reformen nötig. Sich darauf nicht vorzubereiten wäre fahrlässig. Das Signal, das die Branche jetzt gibt, reicht weiter. Sie stellt das eigene System, dessen Erhalt sie gerade vor dem Verfassungsgericht durchsetzen will, in Frage. Es scheint, als spiele ein Teil der Mannschaft aufs eigene Tor.
Text: F.A.Z.