Von Holger Appel
18. Januar 2008 In diesem Drama wird nichts ausgelassen. Die Mittelstandsbank IKB hat sich ruiniert, und den Verkauf soll ausgerechnet die Investmentbank Merrill Lynch durchführen, die gerade selbst Milliarden abschreiben musste.
Mit der auf den Weg gebrachten Trennung gesteht die KfW ein, dass sie und die von ihr nach Düsseldorf entsandten Retter keine Möglichkeit mehr sehen, die IKB in absehbarer Zeit wieder in stabileres Fahrwasser zu führen. Die angeblich so zahlreichen Interessenten sind folgerichtig allesamt in Deckung.
Frustrierte Belegschaft
Ohne staatlichen Schutz wird keiner Geld in die IKB stecken, die immer noch nicht sagen kann, ob das Fass einen Boden hat. Die KfW wird das außerbilanzielle Geschäft um den ruinösen Rhineland-Fonds wohl ausgliedern und mit horrendem Verlust abfedern müssen. Was dann verbleibt, ist eine frustrierte Belegschaft, eine beschädigte Marke und eine Kundenkartei. Wenigstens diese ist für einen Interessenten aus dem Mittelstandsgeschäft attraktiv.
Dass sich die staatliche KfW von der privaten IKB trennt, ist richtig. Aber muss es zum Tiefstpreis sein? Mit dem Verkaufsangebot beraubt sich der Vorstand aller Optionen auf eine bessere Zukunft.
Text: F.A.Z., 19.01.2008, Nr. 16 / Seite 16