Die Geldpolitik ist in eine schwierige Lage geraten

Zentralbanken müssen einschreiten!

Die Rückkehr der Inflation

Lange Jahre hat die Globalisierung die Inflation niedrig gehalten, doch seit einigen Monaten ist das Pendel umgeschlagen. Die Zentralbanken stehen vor der größten Herausforderung seit den Ölkrisen der siebziger Jahre. Je früher gehandelt wird, desto besser. Eine Analyse von Benedikt Fehr.

Lesermeinungen zum Beitrag

02. Juli 2008 13:29

Welche Fehler sie gemacht haben?

Sophia Orti (rum)

Ursprünglich war das Notenbankgeschäft ein Bankgeschäft, sie konnten über die Spekulanten an der Börse lachen, sie mußten sie sogar schlagen. Heute bieten sie Geld den Kapitalmärkten an. Sie wollten da Herr sein, und sind Knechte geworden. Jetzt haben sie eine neue Aufgabe, viel schwieriger als ihre eigentliche Aufgabe: die Stabilität der Finanzmärkte. Nicht unverantwortlich? Aus ideologischen Gründen können sie über ihre Schatten nicht springen.

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02. Juli 2008 12:33

Zweifel sind angebracht.

Jawo Kanndattan (JawoKanndattan)

Die Inflation wird getrieben durch den tatsächlichen oder meinetwegen auch nur gefühlten Energiemangel der Welt der zu Spekulationen führt und durch die Verbrauchsteuern wie MwStr auch noch einen Hebel erhält, der die Situation verschärft. Der Grund ist einfach der, dass einem echten Junkie für immer weniger Stoff (bei uns heißt der Erdöl und Erdgas) immer mehr Geld aus der Tasche gezogen wird. Europas Aufgabe wäre die, sich mittelfristig von diesen fossilen Energieträgern unabhängiger zu machen und auf eine vermehrte Nutzung der Kernenergie zu setzen. Psychologie spielt, nicht anders wie bei Zinserhöhungen auch, bei Spekulationen eine enorm wichtige Rolle. Eine deutliche Abkehr vom Ausstieg, die politisch sicher schwer zu bewerkstelligen wäre, aber letztendlich sowieso unausweichlich ist, würde sofort Auswirkungen auf den Energiemarkt haben. So aber, drückt man einen schon Röchelnden zusätzlich noch die Kehle zu. Die Strategie, der Energieverknappung/inflation auf den Weltmärkten, allein durch künstliche Verteuerung erzwungenes Sparen zu begegnen, wie sie in Europa angeführt vom Musterknaben Deutschland vergeblich betrieben wird, sollte noch einmal gründlichst überdacht werden.

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02. Juli 2008 09:48

Zinsanhebung, die Wundermedizin ? II

Markus Teuber (arathorn)

Diese "Medizin" - den Produktpreis auf diese Weise sozusagen wieder nach unten zu zwingen - wirkte in der nationalen Wirtschaft mal besser ,mal schlechter .Ob dieser Trick nun bei einer global getriebenen Geldentwertung auch funktionieren könnte,darf allerdings bestritten werden.Denn die Inflation,die ursprünglich damit bekämpft werden sollte,wurde eigentlich immer dadurch erzeugt,daß das "Geld lockerer saß",daß also mit lust und Laune mehr ausgegeben wurde und diese sich immer stärker erhöhende Nachfrage die Preise anschob. Die heutige Inflation ist aber ausschließlich dadurch angetrieben,daß eine vielfach erhöhte Nachfrage aus den (Schwellen)Ländern,die vor 10,20 Jahren noch gar nicht "da" waren,stattfindet.Eine Zinserhöhung im Euroraum oder in den USA dämpft lediglich die Produktnachfrage in Europa,in den USA,nicht aber die commodities-Nachfrage in eben diesen Schwellenländern. Ein besseres Heilmittel wäre ,wenn in diesen Ländern die Produktpreise nicht künstlich (!) niedrig gehalten würden,sondern in ihren Preisen der wirklichen Nachfrage folgen würden.

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02. Juli 2008 09:39

Zinsanhebung, die Wundermedizin ? I

Markus Teuber (arathorn)

Obwohl weithin felsenfest als solche propagiert,ist eine Zinsanhebung durch eine Notenbank wirklich die richtige Medizin für eine global verursachte Inflation ? Was macht die Zinsanhebung denn ? Sie verteuert ganz einfach die Kredite - die "Geldanleihen",die Banken,die Industrie und auch der einzelne Mensch aufnehmen (müssen).Nun gibt es als Folge zwei Möglichkeiten : Entweder der Kredit wird nicht aufgenommen,weil man die nun höheren Kosten der Rückzahlung scheut.Oder der Kredit wird doch aufgenommen,weil man diesen eben benötigt und die erhöhte Zinssumme wird zähneknirschend in Kauf genommen.Im ersteren Fall wird die Investition (und hier sei auch die Investition durch Privatpersonen ausdrücklich mitgenannt),die getätigt werden sollte,zurcükgestellt.Im zweiten Fall wird diese zwar getätigt,andere Ausgaben müßen aber darunter leiden,weil ja nun eine höhere Rückzahlung erfolgen muß.Beide Fälle haben Auswirkungen auf die Produktnachfrage - diese sinkt,es wird weniger "gekauft" -mit der Folge : Umsatz- und Gewinnrückgang,Arbeitsplatzabbau,Lohn-/Gehaltsrückgang,weniger ABgaben-/Steuerzahlungen ! Der Clou war aber immer,daß dann -weil weniger "verkauft" wird -die Preise sinken müß(t)en,um die Käufer wieder "anzulocken".

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02. Juli 2008 07:36

Spekulationsgetrieben?

Los Närgli (lma666)

Zumindest der Ölmarkt ist zu einem Eldorado für Spekukanten "verkommen", die hier mit ihrem Verhalten scheinbar eine globale Krise zumindest begünstigen, wenn nicht verursachen. Aber wenn dieser Preisanstieg zur Folge hat, daß die USA anfangen umzudenken und wirklich ernsthaft anfangen, Energie zu sparen, dann ist das Ganze vielleicht gar nicht so schlecht. Dennoch: Den Ölspekulanten gehört das Handwerk gelegt, leider wird es hier wohl nicht wie bei der Immobilienkrise einen "Reinigungseffekt" geben. Fakt für den Durchschnitts-Verbraucher bleibt, daß es sich im Konsum einschränken muß, und das hat Folgen für die Wirtschaft. Wie immer trifft es hier vor allem die, die eh schon kaum oder gar nicht mit dem Geld "rum kommen".

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01. Juli 2008 22:32

Ich sehe das nicht ganz so krass

Andreas Seidl (ASeidl)

vergleicht man die Kurven der Entwicklung des Ölpreises der vergangenen Monate mit der Entwicklung der Nachfrage, kann man keine Korrelation feststellen, der Preis schießt der Nachfrage davon. Das ist ein Zeichen für eine Spekulationsblase. Bei den Lebensmittelpreisen für Weizen etc. dürfte es sich ähnlich verhalten. Spekulationsblasen haben alle das Zerplatzen als gemeinsames Schicksal. Bis dahin wird sich aber auch einiges zum positiven entwickeln: die Menschen werden mit Sicherheit energiebewusster werden.

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01. Juli 2008 22:30

Der Autor vermag leider nicht

Thomas Müller-Bardey (M_Degenbach)

... darzulegen, warum eine Zinserhöhung der EZB die Inflation eindämmen würde, als deren Ursache er selber die chinesische Nachfrage ansieht. Außerdem stellt er das heikle Argument des Preisanstiegs durch Spekulation in den Raum, das nun wirklich in letzter Zeit hinreichend oft widerlegt worden ist.

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