Arcandor und Thomas Cook

Middelhoff blamiert sich

Von Carsten Knop

Blamage für den Arcandor-Vorstandsvorsitzenden Thomas Middelhoff

Blamage für den Arcandor-Vorstandsvorsitzenden Thomas Middelhoff

25. September 2008 Das ist eine unglaubliche Kommunikationspanne und obendrein vermutlich justitiabel: Einen Bericht der F.A.Z., der Kaufhaus- und Reisekonzern Arcandor stehe im Zuge seiner Kreditverhandlungen mit einem Bankenkonsortium unter erheblichem Druck und müsse sich deshalb möglicherweise von einem Teil seiner Beteiligung am Tourismuskonzern Thomas Cook trennen (Siehe auch: Banken setzen Arcandor unter Druck), wurde am Montag hart dementiert.

Als am Mittwoch eine Einigung mit den Banken erzielt worden war, hieß es abermals, Thomas Cook sei und bleibe Bestandteil des Konzerns. Diese Aussage hat dann keine zwölf Stunden mehr gehalten. Am späten Mittwochabend sendet der Konzern eine Klarstellung an seine Aktionäre: Die Struktur der Holding müsse im Rahmen der Vereinbarung überprüft werden. Das könne auch die Reduzierung der Beteiligungen an den Tochtergesellschaften Karstadt und Thomas Cook beinhalten.

Das ist für Arcandor und seinen Vorstandsvorsitzenden Thomas Middelhoff eine Katastrophe, denn Thomas Cook ist die letzte verbliebene Ertragsperle des Konzerns. Und für die Warenhäuser werden sich derzeit keine vernünftigen Preise erzielen lassen. Beinahe genauso schlimm ist der totale Verlust an Glaubwürdigkeit. Der Aktienkurs wird am Donnerstag einbrechen. Middelhoff sollte zurücktreten.

Text: F.A.Z.
Bildmaterial: AP

© Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH 2009.
Alle Rechte vorbehalten.
Vervielfältigungs- und Nutzungsrechte erwerben
Verlagsinformation

Mit dem FAZ.NET-Stromrechner können Sie sich Ihren persönlichen Stromtarif kostenlos berechnen lassen. Jetzt hier klicken und Stromtarife vergleichen.

FAZ.NET Suchhilfe
F.A.Z.-Archiv Profisuche