Wohn-Riester

Passt nicht

Von Manfred Schäfers

20. Juni 2008 Was nicht passt, wird passend gemacht. Diesen zupackenden Ansatz mit verheerenden Folgen kennt man vom Bau. Union und SPD haben ihn auf die staatlich geförderte Altersvorsorge übertragen. Nachdem die große Koalition die Eigenheimzulage abgeschafft hat, um ihren Haushalt zu entlasten, führt sie nun den Wohn-Riester ein. Das freut die Bausparkassen, das freut die Bauindustrie.

Sie erhoffen sich neuen Schwung für ihr erlahmtes Geschäft. Aber ist es wirklich richtig, die eigenen vier Wände genauso zu fördern wie die ergänzende private Rente? Zur Begründung heißt es: Wer keine Miete zahlen muss, braucht im Alter weniger Geld.

Wohn-Riester passt nicht in das System

Das stimmt nur eingeschränkt. Wer in jungen Jahren ein Haus kauft, der kann, sobald er in Rente geht, vor großen Investitionskosten stehen, weil das Dach leckt, der Heizkessel veraltet ist oder der Wind durch die Fenster zieht.

Doch genau dann meldet sich der Staat und verlangt seine Förderleistung zurück. Statt Miete muss der Wohngeriesterte Steuern zahlen. Das müssen zwar alle, die mit Hilfe des Staates zusätzlich vorgesorgt haben. Aber ihnen dürfte es leichter fallen, da sie zusätzliche Einkünfte haben. Deswegen passt der Wohn-Riester nicht in das System.



Text: F.A.Z.