06. März 2008 Auf große programmatische Worte zum Neuanfang bei der Deutschen Post hat Frank Appel verzichtet. Seine erste Bilanzpressekonferenz war eine nüchterne Veranstaltung ohne Schnörkel. Der neue Vorstandsvorsitzende macht dort weiter, wo der über seine Steueraffäre gestürzte Klaus Zumwinkel aufgehört hat. Alles andere wäre das Eingeständnis eigener Fehler.
Schließlich hat Appel schon vor der Beförderung auf den Chefsessel den Konzernkurs entscheidend mitbestimmt. Aber in der Feinsteuerung des großen Tankers sind erste Unterschiede zu erkennen. Einer ist die neue Führungs- und Konzernstruktur: Appel will Reibungsverluste verringern und das aus vielen zugekauften Einzelteilen entstandene Gebilde möglichst schnell zu einem perfekt funktionierenden Ganzen zusammenschmieden.
Größe allein reicht nicht
Größe allein reicht eben nicht; Marktführerschaft erfordert auch beste Qualität und Zusammenspiel. Dieser Ansatz scheint bei Appel in guten Händen.
Auf einem anderen Blatt steht noch, wie gut er die politische Seite des Geschäftes beherrscht. Sollten die Gerichte den Mindestlohn oder die Bundesregierung das Steuerprivileg der Post kippen, wird es schwierig werden, den Post-Tanker auf dem alten Kurs zu halten.
Text: F.A.Z., 07.03.2008, Nr. 57 / Seite 24