Von Carsten Knop
31. Dezember 2007 Mit dem Aus für den Netscape Navigator endet eines der wichtigsten Kapitel in der Gesichte des Internets. Das Programm hat es der breiten Masse von Computernutzern erst möglich gemacht, grafisch anspruchsvoll gestaltete Internetseiten auf dem Rechner zu betrachten. Das war in der Mitte der neunziger Jahre - danach konnte man erleben, was es heißt, von Internetadresse zu Internetadresse zu surfen.
Ohne Netscape hätte das Internet niemals so schnell die Bedeutung erlangen können, die das weltumspannende Datennetz heute hat. Und der Börsengang von Netscape im Jahr 1995 war der Startschuss für das Kursfeuerwerk der New Economy, das die Welt bis über die Jahrtausendwende hinaus in Atem halten sollte.
Ein Abschied, aber kein Verlust
Für den Softwarekonzern Microsoft war der Netscape Navigator eine große Bedrohung; er reagierte mit dem Internet Explorer. Das war der Anfang vom Ende für Netscape.
Inzwischen ist der Browser bedeutungslos, war aber die Keimzelle für Firefox, ein Programm, das heute der wichtigste Wettbewerber für den Internet Explorer ist. Deshalb ist der Abschied von Netscape kein Verlust für den Computernutzer von heute. Aber ein Denkmal hat der Navigator verdient.
Text: F.A.Z., 31.12.2007, Nr. 303 / Seite 13
Bildmaterial: F.A.Z.
