Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst

Eine Atempause

Man darf große Zweifel hegen, ob es den Schlichtern gelingt, was die Streitparteien alleine nicht zuwege gebracht haben: den Tarifkonflikt im öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen einer guten Lösung zuzuführen. Von Heike Göbel

Lesermeinungen zum Beitrag

07. März 2008 20:27

Wann war Ihre letzte Gehaltserhöhung, Frau Göbel?

Lars Richter (LarsenI)

Liebe Frau Göbel,
es ist Ihnen aber schon klar, dass Ihre Aussage, wonach die Gehälter im Ö.D. nicht einmal um den Inflationsausgleich (ca. 3%) erhöht werden können, in eine Zeit fällt, in der aufgrund der guten Konjunktur in nahezu allen Branchen Abschlüsse jenseits von 4% und teilweise über 5% pro Jahr (Metall bei 35 Std) erzielt werden. Wenn man dann noch bedenkt, dass es im Ö.D. in den letzten 3 Jahren (2005,2006,2007) im Gegensatz zu den Tarifabschlüssen in allen anderen Branchen nur Nullrunden gegeben hat, dann finde ich Ihre Aussage ziemlich anmaßend. Dass der Ö.D. immer geringere Abschlüsse erzielt als in der Privatwirtschaft, ist bekannt und mag aufgrund der hohen Sicherheit des Arbeitsplatzes sogar gerechtfertigt sein. Wer jedoch die Situation im Ö.D. verfolgt hat und die aufgrund der guten Konjunktur enorm gestiegenen Steuereinnahmen sowie die stark gestiegenen Preise für viele Güter des täglichen Bedarfs berücksichtigt,muss bei objektiver Betrachtung zu der Auffassung gelangen, dass diesmal etwas mehr herauskommen muss, als dies bei durchschnittlichen Tarifverhandlungen der Fall ist. Mit der gleichen Ausgangslage haben die Lokführer übrigens 11% (für 1 Jahr) erstreikt. M.E. sind 4% jeweils für 2008 und 2009 angemessen.

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