Bayern LB

Verschleierungstaktik

Von Hanno Mußler

05. Dezember 2007 Ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich ungeniert. Nachdem die Bayern LB im Spätsommer schon zu den letzten Banken gehörte, die den Offenbarungseid leisteten, und Anlagen mit „Subprime-Bezug“ von erklecklichen 1,9 Milliarden Euro offenlegte, war der Vorstand völlig verstummt.

Umso lauter wird über den aus Hypothekenkrediten niederklassiger Bonität und anderen Anlagen erwachsenden Wertberichtigungsbedarf gerätselt. Drei Schattenbanken der Bayern LB haben atemberaubende 16 Milliarden Euro in forderungsbesicherten Wertpapieren (ABS) stecken.

Die Sparkassen sollten nachhaken

Nach dem Kursverfall am Markt für Schuldtitel sind darauf gewiss Verluste einzuplanen - ebenso auf den Wertpapierbestand in der Bilanz von 100 Milliarden Euro. Doch die Bayern LB dementiert, sie habe Wertberichtigungsbedarf in Milliardenhöhe. Offenbar will sich die Bank vor Marktbewertungen drücken.

Die bayerischen Sparkassen, deren Geld die Bayern LB anlegt, sollten ihr diese Intransparenz nicht durchgehen lassen. Schließlich belastet die Bayern LB mit ihrer Verschleierungstaktik auch den Ruf der Sparkassen. Sie müssen am Ende an ihren jeweiligen Standorten erklären, warum womöglich weniger Geld für Kredite da ist.



Text: F.A.Z., 06.12.2007, Nr. 284 / Seite 24